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Schmucke Orangerien
Bei uns begann die Zeit der mobilen Pflanzen mit der Leidenschaft für mediterrane Gewächse wie Orangen, Zitronen, Feigen und Palmen. Sie ertragen unsere kalten Winter nicht. Deshalb kann man sie nicht dauerhaft einpflanzen, sondern muss sie mobil halten, damit sie den Sommer draußen und den Winter drinnen verleben können. Zuerst waren es nur Könige und Fürsten, die den empfindlichen Pflanzen in unseren Breiten die richtigen Lebensbedingungen bieten konnten. Später erfreuten sich auch reiche Bürger an den fremdartigen Gewächsen. Und heute gedeihen südländische, subtropische und tropische Blumen und Sträucher auf vielen Terrassen und Balkonen, oder stehen im Sommer sogar in Gärten und Vorgärten.
Aus Grau mach Grün
Was zuerst als Strategie zum längeren Transport und zum Schutze empfindlicher Pflanzen ersonnen wurde, erwies sich bald auch für andere Situationen als tauglich. Denn dank der Kübel können Pflanzen auch auf befestigtem Boden wachsen. Dies kann sogar die einzige Lösung sein, zum Beispiel wenn Leitungen im Untergrund das Pflanzen von Bäumen unmöglich machen. Ob gepflastert, asphaltiert oder betoniert: Jeder Hof, jeder Durchgang, jede Passage lässt sich mit Kübelpflanzen in einen blühenden Raum verwandeln. Schon mit wenigen Töpfen und Gefäßen wird aus tristem Grau ein kleiner Garten, der zum Aufenthalt ins Freie lockt.
Stress lass nach!
Natürlich sind es inzwischen nicht mehr nur die wärmebedürftigen Arten, die sich in Kübeln und Gefäßen breit machen. Winterharte Bäume, Sträucher und Stauden, aber auch Beet- und Balkonblumen sowie Zwiebelgewächse sprießen als mobiles Grün. Doch der Kübel hat auch seine Nachteile: Selbst bei noch so guter Pflege kommt es durch das geringe Erdvolumen manchmal zu Stress-Situationen für die Pflanzen. Die Erde wird im Kübel heißer als im gewachsenen Boden, sie trocknet rascher aus, die Nährstoffe werden eher knapp und die winterliche Kälte setzt den Pflanzen stärker zu. Deshalb müssen Kübelpflanzen und Kübelgärten ein bisschen intensiver gepflegt werden. Regelmäßiges Gießen ist wichtig. Regen allein reich nur selten, um die Pflanzen mit dem nötigen Nass zu versorgen. Aber mit einem Wasserreservoir, mit geschickt verlegter, automatischer Bewässerung – möglichst mit Feuchte-Fühler – lässt sich die Mühe deutlich verringern. Die nötige Düngung kann durch Langzeitdünger oder durch regelmäßige Beimischung zum Gießwasser erleichtert werden. Im Winter schützt Noppenfolie, um die Kübel gewickelt, die prinzipiell winterharten Arten.
In den Topf geschaut
Immergrüner Buchsbaum, Kriechspindel, Schattenglöckchen, Rosen, Funkien, Gräser, Hortensien, Stockrosen, Thymian, Lavendel, Zierkirschen, Farne, Perückenstrauch, und, und, und: Die Auswahl ist enorm. Sogar Arten, die im Garten nie miteinander gedeihen würden, können im Kübel nebeneinander stehen. Das sauren Boden benötigende Schattenglöckchen (Pieris) würde ausgepflanzt nie neben dem kalkhaltige Erde bevorzugenden Zwergduftflieder (Syringa meyeri 'Palibin') blühen – im Kübel schon. Denn jeder Kübel kann mit genau der Erde gefüllt werden, die den Bedürfnissen der verschiedenen Pflanzen entspricht.
Weitere Informationen:
www.cma.de
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