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Der Bausparvertrag
Der Bausparvertrag scheint das Urgestein der Baufinanzierung zu sein. Auch wenn er immer wieder auch kritisiert wird, ist er bis heute einer der Favoriten bei Jung und Alt, wenn es um den Vermögensaufbau mit der gleichzeitigen Möglichkeit einer späteren, günstigen Finanzierung geht. In Deutschland laufen derzeit etwa 40 Millionen Bausparverträge, deren Bausparsumme immer höher wird.
Die Geschichte des Bausparvertrags
Die erste Bausparkasse wurde 1885 in Deutschland eröffnet, nachdem sich diese Sparkassenform bereits seit Jahren in zahlreichen anderen Ländern bewiesen hatte. Pastor von Bodelschwingh eröffnete in Bielefeld die „Bausparkasse für Jedermann“. Auch wenn das Bausparen von Anfang an gerne angenommen wurde, erhielt die Finanzierungsform erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs richtig Auftrieb, als Deutschland wieder aufgebaut werden musste.
Das Bausparen erhielt neuen Auftrieb, als das Wirtschaftswunder allgemeinen Optimismus in Deutschland verbreitete. Seit 1973 halten sich alle Bausparkassen, egal ob öffentlich oder privat, an die gleichen gesetzlichen Richtlinien. Das Bausparkassengesetz und die Bausparkassenverordnung wurden verabschiedet, um die Geschäftstätigkeit der Bausparkassen zu regeln.
Der Bausparvertrag als Finanzierungsform
Mit dem Bausparen wird oft bereits in jungen Jahren begonnen, damit bis zum geplanten Hausbau oder -kauf ein zuteilungsreifer Bausparer vorhanden ist. Warum der Bausparvertrag als Baufinanzierung so beliebt ist, ist leicht einzusehen: Die Zinsen auf das zur Verfügung gestellte Darlehen sind besonders günstig und meistens kaum mit den Zinsen auf einen normalen Hauskredit vergleichbar.
In den meisten Fällen wird ein Hausbau oder -kauf nicht vollständig mit vorhandenen Mitteln bezahlt werden können. In der Regel muss zumindest ein Teil und immer öfter auch der gesamte Betrag finanziert werden. Es klappt zwar selten, dass die gesamte Finanzierung auf einem bereits vorhandenen Bausparvertrag steht, aber in sehr vielen Fällen macht er zumindest einen Teil des Finanzierungsvolumens aus.
Während der Ansparphase des Bausparvertrags muss mindestens die Hälfte der Bausparsumme eingezahlt werden. Sobald die Zuteilung des Bausparers erfolgt ist, kann das Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden – und zwar in voller Höhe. Die Zinsen liegen sehr häufig bei zwei bis drei Prozent; da können herkömmliche Baufinanzierungen von der Bank meist nicht mithalten.
Bausparen als Sparform
Aber auch, wenn noch keine konkreten Baupläne bestehen, kann der Bausparvertrag als rentable Geldanlageform verwendet werden. Auf den ersten Blick scheint die Rendite nicht besonders attraktiv zu sein, zwischen einem und drei Prozent sind meistens drin. Der eigentlich entscheidende Teil der Rendite sind jedoch die staatlichen Förderungen und die Unterstützung durch den Arbeitgeber. Die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie, die der Sparer bis zu einer gewissen Einkommensgrenze auf Antrag vom Staat erhält, hebt die Rendite um ein Vielfaches. Viele Arbeitgeber zahlen auch heute noch einen Betrag zwischen 13,29 € und 39,88 € als „vermögenswirksame Leistungen“ für die Vermögensbildung des Arbeitnehmers. Falls sich der Sparer später dazu entscheiden sollte, das Bauspardarlehen nicht in Anspruch zu nehmen, kann er sich bei vielen Anbietern außerdem zusätzlich eine Treueprämie sichern.
Fazit
Das Bausparen ist auch heute noch eine sehr attraktive Geldanlageform. Es spielt dabei keine Rolle, ob später das Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden soll oder nur regelmäßig ein kleinerer Geldbetrag gespart werden soll, der Einsatz lohnt sich auf alle Fälle. Der Bausparvertrag kann also wirklich für jeden empfohlen werden.
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