
Wer sich mit Kopien eine goldene Nase verdient, bekommt diese Trophäe von der Aktion Plagiarius.

1. Preis 2007
Isolierkanne „Sophie“
Original: alfi GmbH, Wertheim
Plagiat: He Shan Jia Hui Vacuum Flask & Vessel Co., Ltd., Guangzhou, P.R. China

2. Preis 2007
Notizbuch „Moleskine“
Original: Hersteller: Moleskine S.r.l., Mailand, Italien
Vertrieb (D, AT, CH): Authentics GmbH, Gütersloh
Plagiat: ars nova GmbH Großhandel für Künstlermaterialien, Witten
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Innovation vs. Imitation – Neues Museum Plagiarius in Solingen eröffnet
Die weltweit einzigartige Sammlung der Aktion Plagiarius aus den vergangenen 30 Jahren präsentiert sich ab April 2007 in Solingen in einem eigenen Museum. Gezeigt werden mehr als 250 Originale und Plagiate aus den unterschiedlichsten Branchen. Mit dieser Dauerausstellung kann die Öffentlichkeit noch anschaulicher als bisher über Ausmaß, Schäden und Gefahren von Nachahmerprodukten aufgeklärt werden. In Workshops sollen darüber hinaus Basiswissen und Tipps für erfolgreiche Schutzrechtstrategien vermittelt werden.
Der Designer Prof. Rido Busse rief 1977 den Negativpreis „Plagiarius“ ins Leben und hat damit Pionierarbeit in punkto Information, Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema Produkt- und Markenpiraterie geleistet. Damals selbst von Plagiaten betroffen, beschloss er, die skrupellosen Machenschaften von Produktpiraten, ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Diese Nachahmer übernehmen vor allem aus Profitgier und mangels eigener Kreativität innovative Ideen und technisches Know-how Anderer Eins zu Eins und geben dies als eigene Leistung aus. Für die Trophäe wählte Busse einen Gartenzwerg, den er schwarz anmalte und dem er eine goldene Nase aufsetzte: Ein Symbol für die immensen Gewinne, die sich die Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten Anderer verdienen.
In Form von Pressearbeit und Beratung sowie weltweiten Ausstellungen und Vorträgen werden inzwischen sowohl Hersteller und Händler, aber auch Politiker, Gesetzgeber und Konsumenten aufgeklärt und zum Umdenken und Handeln angeregt.
Produkt- und Markenpiraterie stellt zweifelsohne eine der gravierendsten Formen von Wirtschaftskriminalität im 21. Jahrhundert dar. Beschleunigt wird die explosionsartige Ausbreitung des Problems durch Globalisierung und technischen Fortschritt. Nicht nur in Asien und in der Dritten Welt werden Teilnehmer entlang der Wertschöpfungskette bis hin zum Endverbraucher mit teils minderwertigen Plagiaten und Fälschungen konfrontiert. Auch in westlichen Ländern führt der stetig zunehmende Preisdruck dazu, dass ethische Bedenken und Fair Play schon mal über Bord geworfen werden. Nachweislich gelangen immer mehr nachgeahmte Waren auch in den europäischen Markt – teilweise wurden die Kopien sogar von der heimischen Konkurrenz bewusst in Auftrag gegeben.
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