
Aus dem Kapitel Farbschule:
„Black Magic: Stellen Sie sich dieses Ambiente einmal ohne die schwarze Wand vor. Na, bitte! Höchste Zeit, dass Sie sich diesen Verwandlungskünstler ins Haus holen.“ Foto: David Steets

Aus dem Kapitel Musterschule:
„Blümchen oder Karos? Passen zusammen. In Julias Flur haben zwei verschieden gemusterte Wände genügend Abstand zueinander – und stehlen sich nicht die Schau.“ Foto: David Steets

Aus dem Kapitel Kunststücke:
„Ein Hochglanz-Möbel, dekoriert mit Accessoires und ein farblich passendes Bild dazu. Da scheint es gar unglaublich, dass sich das schicke Sideboard als Küchenoberschrank von Ikea entpuppt.“
Foto: David Steets
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Achtung: Ansteckend!
Das neue Buch „wohne lieber ungewöhnlich“
Bei der Lektüre dieses Buches kann niemand still sitzen bleiben. Nach jedem der Kapitel über Farben, Muster, Textilien, Licht, Möbel, Pflanzen und Kunst ist der Leser versucht, in ihm schon längst schlummernde Ideen in die Tat umzusetzen. Raum für Raum stellt er auf den Prüfstand und fragt sich: Wieso habe ich meine Wohnung nicht früher aufgemöbelt? Immerhin sind unsere Wohnungen wie eine dritte Haut – in Ihnen müssen wir uns wohl fühlen. Sie schützen uns, bieten Rückzugsraum und spiegeln unser Selbst wider. Wir prägen unsere Wohnungen aber unsere Wohnungen prägen auch uns.
Mit „wohne lieber ungewöhnlich“ erscheint bei Callwey ein Wohnbuch, das diesen Ansprüchen gerecht wird. Hier werden keine durchgestylten, unpersönlichen Musterwohnungen präsentiert. Vielmehr verschaffen die Autorinnen Jana Jung und Simona Heuberger dem Leser Zutritt zu individuellen und durch die Bank ungewöhnlich eingerichteten Wohnungen. Deren Bewohner arbeiten in Berufen wie Interior-Designerin, Stylistin oder Wohn- und Lifestyle- Redakteurin. Abgesehen davon, wie interessant es ist, den Kreativen in die Privaträume zu schauen: Weitaus bemerkenswerter ist die Unbekümmertheit, mit der diese ihre eigene Umgebung angehen.
Dieses Buch, stellt aktuelle Wohntrends vor und spürt kommende auf. Damit ist es am Puls der Zeit. Es steckt voller anwendbarer Ideen: Gerade ein phantasievoller Mix aus Altem und Neuem, Gekauftem und Gesammeltem, Minimalismus und Opulenz, Kunst und Kitsch schafft ein unverwechselbares Wohnumfeld. Oft sind es schon kleine Veränderungen – eine farbige Wand, neue Vorhänge, indirektes Licht oder ein extravagantes Fundstück vom Flohmarkt – mit denen man sein Zuhause ins 21. Jahrhundert holen kann. Das Buch animiert dazu, die persönlichen Schätze mit Mut und Temperament in Szene zu setzen. Die Autorinnen haben aber auch Vorschläge parat für ganz alltägliche Wohn-Probleme: Wie zum Beispiel geht man mit dem Möbelmix um, wenn zwei Personen zusammen ziehen?
Das Lesen bereitet Vergnügen, denn das Buch ist sehr individuell geschrieben und angereichert mit vielen persönlichen Kommentaren und Interviews. Es ist feminin und verspielt. Zudem lässt es seinen Leser nicht allein mit der Vorstellung, alles sei machbar. Die Botschaft lautet: Erlaubt ist, was gefällt – unter Beachtung bestimmter Regeln.
„Wohne lieber ungewöhnlich“ ist ein Plädoyer für mehr Mut und Leidenschaft beim Einrichten. Jung und Heuberger sagen deutlich, was es dabei zu beachten gilt. Damit der Leser es so halten kann wie Oscar Wilde: „Mit dem guten Geschmack ist es ganz einfach: Man nehme von allem nur das Beste.“
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