Objektbeschreibung
Berlin hat wenige Adressen, an denen sich moderner Wohnungsbau als Idee so genau ablesen lässt wie im Hansaviertel. Diese Wohnung liegt im 7. Obergeschoss eines der Punkthochhäuser, die für die Internationale Bauausstellung 1957 am nördlichen Rand des Viertels entstanden. Entworfen wurde das Haus von den französischen Architekten Raymond Lopez und Eugène Beaudouin, fertiggestellt 1958. Seit 1995 steht das Ensemble unter Denkmalschutz.Das Gebäude folgt einer präzisen Konstruktionslogik. Sechzehn Geschosse auf quadratischer Grundfläche von 22 mal 22 Metern, 51 Meter Höhe, 87 Wohnungen zwischen 40 und 61 Quadratmetern. Um einen verglasten, von den Außenwänden zurückgesetzten Erschließungskern liegen pro Etage sechs achsensymmetrisch angelegte Wohnungen, orientiert nach Osten und Westen. Grundriss und Fassade folgen demselben Raster von 2,34 Metern. Senkrechte schwarze Lisenen, hinter denen die Heizungsrohre geführt sind, betonen die Vertikale des Baukörpers, der Farbklang aus Weiß, Hellblau und Grau nimmt ihm das Gewicht. Wer Nachkriegsmoderne kennt, liest dieses Haus in wenigen Sekunden.Schon beim Betreten zeigt sich, wie sorgfältig hier geplant wurde. Der Eingangsbereich öffnet sich unmittelbar zum Wohnraum und führt den Blick zu den breiten Fensterflächen. Tageslicht erreicht die Räume bis in den letzten Winkel, draußen liegt ein Panorama aus Baumkronen und Berliner Skyline. Über den Wipfeln des Tiergartens steht die Siegessäule, aus dieser Höhe frei im Blickfeld und abends angestrahlt. Aus dem siebten Geschoss verändert dieser Ausblick den Tagesablauf: morgens beim ersten Kaffee, tagsüber beim Arbeiten, abends, wenn die Stadt zu leuchten beginnt.Wohn- und Essbereich gehen fließend ineinander über, die Küche ist offen integriert. Der Schlafbereich ist separat angelegt und schafft Privatsphäre, ohne die Offenheit der Wohnung aufzuheben. Die deckenhohen Einbauschränke sind dabei kein nachträglicher Zusatz. Einbaumöbel gehörten zum ursprünglichen Konzept dieser Häuser, weil die Architekten kleine Grundrisse großzügig machen wollten, statt sie mit Stellfläche zuzubauen. Genau diese Haltung ist in der Wohnung bis heute spürbar. Das gepflegte Badezimmer mit Dusche ergänzt den Grundriss funktional und zeitlos.Vor rund zehn Jahren wurde die Wohnung grundlegend saniert, einschließlich neuer Elektroleitungen. Bei Wohnungen dieser Bauzeit ist das die Ausnahme. Meist steht die Erneuerung noch aus und wird beim Kauf als Position mitgerechnet. Hier ist sie erledigt.Die Interbau folgte 1957 dem Leitbild der "Stadt von morgen": Licht, Luft, konstruktive Klarheit, moderner Wohnkomfort mit Zentralheizung und Bad, unkonventionelle Grundrisse. Wohnungen sollten durch Präzision funktionieren, nicht durch Fläche. Diese Einheit ist ein gut erhaltener Beleg dafür.Die Einrichtung setzt diesen Gedanken fort. Es sind Möbel von Vitra nach Entwürfen von Charles und Ray Eames, deren Entstehungszeit nah an der Bauzeit des Hauses liegt. Wohnung und Mobiliar stammen aus derselben gestalterischen Haltung, das sieht man den Räumen an. Die Möblierung gehört nicht zum Kaufumfang, ausgewählte Stücke können nach Absprache übernommen werden.Für Selbstnutzer entsteht hier ein Rückzugsort über den Baumkronen des Tiergartens, wenige Minuten vom Regierungsviertel entfernt. Für Kapitalanleger eine Einheit in einem denkmalgeschützten Ensemble, in einem Segment, das in Berlin dauerhaft nachgefragt wird.
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