Objektbeschreibung
Manche Häuser versuchen, ihre Vergangenheit zu verstecken. Dieses nicht.Wer die Tür dieses Hauses in der Andreas-Hansen-Siedlung öffnet, begegnet einem Stück Wohngeschichte, das bis heute erstaunlich unverfälscht geblieben ist. Holz, Klinker, großzügige Fensterflächen, eine offene Treppe und die für ihre Zeit typische Gestaltung prägen den Charakter. Vieles erzählt davon, wie Wohnen vor einigen Jahrzehnten gedacht wurde - solide, großzügig und für ein langes Familienleben gebaut.Die Geschichte des Hauses beginnt Anfang der 1970er-Jahre. Die ursprüngliche Baugenehmigung sah die Errichtung eines Wohnhauses vor. Und schon der damalige Grundriss zeigt, dass hier nicht knapp geplant wurde: Das Erdgeschoss wurde mit einem großen Wohnbereich, Eltern- und Kinderzimmer, Küche, Bad/WC und einer zentral gelegenen Diele konzipiert.Heute steht das Haus auf einem 885 m² großen Grundstück in gewachsener Wohnlage von Neukirchen. Der Garten umgibt das Gebäude mit Rasenflächen, gewachsenem Grün und viel Abstand - Platz, der heute längst nicht mehr selbstverständlich ist.Im Mittelpunkt des Erdgeschosses steht die großzügige Diele. Sie ist mehr als ein klassischer Flur: Mit ihrer offenen Holztreppe, der gemauerten Raumgliederung und den Blickbeziehungen in die angrenzenden Bereiche bildet sie das verbindende Element des Hauses.Von hier aus erschließen sich die unterschiedlichen Wohnräume. Besonders der große Wohnbereich zeigt, welche Möglichkeiten in dem Gebäude stecken. Große Fenster holen viel Tageslicht hinein und öffnen den Blick in den Garten. Klinkerflächen, Holzelemente und die vorhandene Gestaltung transportieren unverkennbar den Charakter ihrer Entstehungszeit.Küche und Badezimmer folgen ebenfalls dieser Linie. Sie sind funktional angelegt und weitgehend von der Gestaltung vergangener Jahrzehnte geprägt. Gerade darin liegt die Chance dieses Hauses: Hier muss kein fremder Stil übernommen werden. Die zukünftigen Eigentümer erhalten vielmehr die Möglichkeit, Räume, Materialien und Technik von Grund auf nach den eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln.Ein besonderer Bereich befindet sich neben Diele und Kinderzimmer. In den ursprünglichen Bauzeichnungen ist an dieser Stelle eine offene Außenterrasse dargestellt. Diese wurde zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen und in Holzständerbauweise verkleidet. Dadurch entstand ein zusätzlicher, heute innenliegend nutzbarer Raum mit großen Fensterflächen. Diese bauliche Veränderung entspricht nicht dem ursprünglich genehmigten Planstand.Auch das Dachgeschoss erzählt von einer späteren Entwicklung des Hauses. Während die ursprüngliche Genehmigungsplanung keinen entsprechenden Wohnraumausbau vorsah, wurde das Dachgeschoss nachträglich erschlossen und ausgebaut. Eine offene Holztreppe führt hinauf zu mehreren Bereichen, die bislang wohn- bzw. schlafähnlich genutzt wurden. Dachflächenfenster bringen Tageslicht unter die Schrägen; Holzverkleidungen greifen die Gestaltung des Erdgeschosses auf.Für diesen nachträglichen Dachgeschossausbau liegt nach den vorliegenden Unterlagen jedoch keine entsprechende baurechtliche Genehmigung als Wohnraum vor. Die dort vorhandenen Flächen und Räume sind daher nicht ohne Weiteres als genehmigte Wohnfläche bzw. genehmigte Wohnräume anzusehen.Damit richtet sich dieses Haus insbesondere an Menschen, die nicht nach "bezugsfertig und fertig gedacht" suchen.Es ist ein Haus für Käufer, die Substanz und Raum sehen, bevor sie Farben und Oberflächen sehen. Für Menschen, die Bestehendes neu interpretieren möchten. Und vielleicht auch für diejenigen, die Freude daran haben, ein Haus aus einer anderen Zeit Schritt für Schritt in die eigene zu holen.Ein Haus mit Vergangenheit - und reichlich Platz für das, was daraus werden kann.
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