Wohnung mieten oder lieber kaufen? Diese Frage stellt sich 2026 für viele Haushalte neu. Denn der deutsche Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Wohnungen zur Miete sind knapp, die Angebotsmieten steigen weiter und zugleich ziehen die Preise für Häuser, Wohnungen und andere Immobilien nach der Korrekturphase wieder an. Wer heute über ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung nachdenkt, muss deshalb genauer rechnen als noch vor wenigen Jahren.

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ToggleDer Wohnungsmarkt in Deutschland bleibt angespannt
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland ist auch 2026 von einem klaren Ungleichgewicht geprägt: Zu wenig neue Wohnungen treffen auf eine hohe Nachfrage. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2024 nur 251.900 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 14,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt der Bauüberhang hoch, und viele genehmigte Projekte werden deutlich später fertig als geplant. (Quelle: Destatis)
Für Menschen, die eine Wohnung mieten wollen, bedeutet das: Das Angebot bleibt knapp. Vor allem in Großstädten, wirtschaftsstarken Regionen und beliebten Umlandlagen sind gute Wohnungen schnell vergeben. Wer dort mieten möchte, muss oft mit höheren Preisen, mehr Konkurrenz und weniger Auswahl rechnen.
Warum Mieten für viele Haushalte teurer wird
Mieten war lange für viele die einfachere Lösung. Doch diese Rechnung geht immer seltener auf. Laut BBSR stiegen die Wiedervermietungsmieten von online inserierten Wohnungen in Deutschland im Jahr 2024 erneut um 5,9 Prozent. Das zeigt: Wer eine neue Wohnung sucht, zahlt meist deutlich mehr als viele Bestandsmieter.
Gerade in begehrten Lagen wird das zum Problem. Eine gute Lage oder zentrale Stadtquartiere bleiben gefragt, weil dort Arbeitsplätze, Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Infrastruktur gut erreichbar sind. Genau dort fehlen aber besonders viele Wohnungen. Für Mieter wird es deshalb schwieriger, bezahlbare Wohnungen in guter Lage zu finden. (Quelle: BBSR)
Fazit: Das verändert den Blick auf die Frage „mieten oder kaufen“. Denn nicht nur Kaufen ist teuer geworden – auch Mieten ist längst keine günstige Selbstverständlichkeit mehr.

Warum Kaufen wieder interessanter wird
Während Mieten vielerorts immer teurer wird, hat sich auch die Kaufseite verändert. Nach der Marktanpassung der Jahre 2022 bis 2024 steigen die Preise für Wohnimmobilien wieder. Destatis meldete für das 3. Quartal 2025 ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Eigentumswohnungen in kreisfreien Großstädten verteuerten sich sogar um 5,0 Prozent.
Auch bei der Finanzierung ist die Lage wieder etwas berechenbarer. Die Bundesbank meldete für Januar 2026 bei neu vergebenen Wohnungsbaukrediten mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren einen Zinssatz von 3,23 Prozent. Gleichzeitig geht aus dem Bank Lending Survey hervor, dass die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten weiter zunimmt.
Das heißt: Kaufen ist nicht billig, aber wieder besser kalkulierbar. Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte und über stabiles Einkommen sowie Eigenkapital verfügt, findet heute einen Markt vor, der realistischer bewertbar ist als in der Phase extremer Zinssprünge.
Ist Kaufen das neue Mieten?
Die klare Antwort lautet: Nein, Kaufen ist nicht pauschal das neue Mieten. Aber Kaufen ist 2026 für viele Haushalte wieder deutlich attraktiver geworden.
Wer heute eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, profitiert davon, dass die Finanzierung wieder planbarer ist und sich Eigentum langfristig gegen weiter steigende Mieten absichern kann. Gleichzeitig ist der Kauf nur dann sinnvoll, wenn die monatliche Belastung tragbar bleibt und die Immobilie in einer stabilen oder guten Lage liegt. Steigende Preise allein machen Kaufen noch nicht automatisch besser als Mieten.
Für viele Menschen ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob Kaufen grundsätzlich besser ist. Wichtiger ist, welche Wohnform zur eigenen Lebensphase passt.
Wann Mieten sinnvoll bleibt
Mieten bleibt die bessere Wahl, wenn Flexibilität wichtig ist. Das gilt zum Beispiel für Berufseinsteiger, Studierende, Menschen mit häufigem Ortswechsel oder Haushalte, die ihr Eigenkapital noch aufbauen. Wer nicht sicher ist, ob er in drei oder fünf Jahren noch in derselben Stadt leben will, sollte die langfristige Bindung durch den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses genau abwägen.
Auch wer hohe Kaufnebenkosten vermeiden möchte oder kein Instandhaltungsrisiko tragen will, fährt mit einer Mietwohnung oft besser. Gerade in einem Umfeld, in dem Häuser und Wohnungen in guten Lagen gefragt bleiben, kann Mieten die sinnvollere Zwischenlösung sein.
Wann sich Kaufen eher lohnt
Kaufen lohnt sich eher für Menschen, die langfristig an einem Ort bleiben möchten. Das betrifft vor allem Familien, Paare mit stabilem Einkommen und Haushalte, die Vermögen aufbauen wollen. Wer eine Wohnung oder ein Haus in guter Lage kauft, kann sich langfristig vor steigenden Neuvertragsmieten schützen und baut mit jeder Kreditrate schrittweise eigenes Vermögen auf.
Besonders wichtig bleibt die Lage. Wohnungen und Häuser in bevorzugten Wohnlagen, in wirtschaftsstarken Städten oder gut angebundenen Umlandgemeinden haben meist stabilere Perspektiven. Dort ist die Nachfrage hoch – sowohl bei Mietwohnungen als auch beim Kauf. Das gilt für klassische Eigentumswohnungen ebenso wie für exklusive Immobilien in besonders gefragten Stadtteilen und hochwertigen Wohnquartieren. Die allgemeine Knappheit am Markt stützt diese Entwicklung zusätzlich.
Fazit – Mieten oder Kaufen 2026?
Der Wohnungsmarkt in Deutschland bleibt angespannt. Zu wenig neue Wohnungen, weiter steigende Angebotsmieten und erneut anziehende Preise für Häuser und Wohnungen prägen die Lage. Deshalb ist Kaufen nicht automatisch die bessere Entscheidung. Aber für mehr Menschen als noch vor zwei oder drei Jahren ist der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses wieder eine ernsthafte Option.
Ist Kaufen das neue Mieten?
Nein. Aber wer langfristig plant, solide finanzieren kann und eine Immobilie in guter Lage sucht, sollte Kaufen heute wieder sehr genau prüfen. Wer dagegen flexibel bleiben möchte oder noch nicht genug Eigenkapital mitbringt, ist mit Mieten oft weiterhin besser beraten.
