Wohneigentum 2026: Warum sich ein Hauskauf auch bei hohen Zinsen lohnt

Wohneigentum 2026: Warum sich ein Hauskauf auch bei hohen Zinsen lohnt

Nach Jahren kräftezehrender Rezession atmete die Baubranche in 2025 vorsichtig auf: die Bauzinsen sanken, Umsätze stiegen und mehr Baugenehmigungen gingen über den Tisch. Doch 2026 sorgt für neue Nervosität, denn Baupreise und Bauzinsen könnten schon bald wieder drastisch steigen. Von den Mietpreisen ganz zu schweigen.

Für den geplanten Haus- oder Wohnungskauf bedeutet das keineswegs, dass Warten jetzt besser ist als schnelles Handeln. Wer sich ein Herz fasst und mit klarem Finanz- und Immobilienplan Angebote vergleicht, kann sogar mehrere Tausend Euro einsparen.

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Neue Unsicherheit in der Baubranche

Ende 2024 schien das Tal der hohen Energie- und Materialkosten und der schwindenden Aufträge durchgestanden. 2026 wurde laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sogar mit einem Umsatzwachstum bis zu 2,5 Prozent gerechnet. Auch der Immobilienmarkt stabilisierte sich trotz steigender Bauzinsen und geringerem Interesse an Wohneigentum wieder. Durch den Iran-Krieg befürchten Experten nun jedoch eine aufziehende Energie- und Lieferkettenkrise, die allem Optimismus einen Dämpfer verpassen könnte.

Quo Vadis Immobilienmarkt: Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?

Schenken wir einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Glauben, dann werden Wohnimmobilien bis 2035 um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr teurer. Je nach Region können es sogar über zwei Prozent werden, beispielsweise in Berlin und Brandenburg, um Dresden und Leipzig sowie im Südosten Deutschlands. Preistreiber sind hier insbesondere die demografische Entwicklung, hohe Standortattraktivität und bessere Infrastruktur.

Gleichzeitig weist die Studie auf eine Preisschere zwischen den Regionen hin, die in strukturschwächeren Regionen zu Preiseinbrüchen um mehr als zwei Prozent führen wird. Attraktive und gefragte Regionen zeigen somit einen starken Wertgewinn von Immobilien, während sich in ländlichen Gebieten ein deutlicher Wertverlust abzeichnet.

Woher kommt das große Zögern beim Hauskauf?

Am Traum von Wohneigentum hat sich unter Deutschen wenig geändert. Das zeigt die Umfrage [A4] der Friedrich-Naumann-Stiftung aus dem Jahr 2024: rund 90 Prozent aller Befragten in der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen hätten gern eigene Immobilien. Doch immer weniger setzen diesen Traum in die Wirklichkeit um. Hinsichtlich Wohneigentum ist Deutschland mit einer Quote von 47 Prozent [A5] sogar das Schlusslicht in der EU.

Folgende Gründe sind dafür verantwortlich:

  • Wirtschaftliche und politische Unsicherheit sorgen für Existenzängste, weniger Risikofreude und sinkende Investitionsbereitschaft
  • Die Menschen haben durch höhere Lebenserhaltungs- und Wohnkosten sowie hohe Steuern weniger Geld in der Tasche
  • Zu wenige kümmern sich um langfristige Sparpläne und Strategien für Vermögensaufbau, zu denen auch Immobilienkäufe zählen
  • Viele jüngere Leute wünschen sich mehr Flexibilität und Ungebundenheit und sehen Immobilien als Belastung
  • Lange Ansparphasen und Tilgungszeiten lassen Kaufinteressierte resignieren
  • Steigende Bauzinsen und Immobilienpreise schrecken ab
  • Zu viele warten auf sinkenden Zinsen und Preise, die sich langfristig nicht abzeichnen
  • Staatliche Förderungen, Zuschüsse und Zinsvergünstigungen für Bau und Kauf sowie für energieeffiziente Bau- und Sanierungsmaßnahmen werden unterschätzt

Welche Argumente sprechen jetzt für einen Immobilienkauf?

Aller Kaufscheu zum Trotz gibt es viele Argumente, die gegen ein Abwarten sprechen, wenn Sie sich für Wohneigentum interessieren. Viele haben das bereits erkannt, denn zwischen 2025 und 2026 hat sich der Immobilienmarkt trotz steigender Bauzinsen stabilisiert und bis zu 14 Prozent mehr Verkäufe unter Eigentumswohnungen verzeichnet. Zögern zahlt sich daher nicht aus, denn die Preise und Zinsen steigen weiter, während Sie gute Verhandlungschancen und diverse Förderungen für eine Finanzierung nutzen können.

Warum die Zeit für Wohneigentum jetzt noch günstig ist:

  • Bauzinsen und Immobilienpreise steigen weiter: Prognosen sehen eine Stabilisierung der Bauzinsen zwischen 3,5 und 4 Prozent. Ausschläge über die Vier-Prozent-Grenze werden jedoch erwartet. Auch ein Einbruch der Immobilienpreise ist unwahrscheinlich. Vielmehr wird sich das Preisniveau stabilisieren oder moderat steigen. Deutschlandweit ist bis 2035 je nach Region mit Preisanstiegen von ein bis über zwei Prozent jährlich zu rechnen. Wenn Sie zu lange warten, verpassen somit derzeit noch günstige Kaufoptionen.
  • Viele Angebote für faire Finanzierungen: An Wohnraum in Metropolregionen mangelt es zwar, an Immobilien deutschlandweit jedoch nicht. Die Auswahl ist groß und vielerorts noch unterbewertet. Attraktive Regionen im Dunstkreis von Metropolen können jedoch schnell an Wert zulegen. Das große Angebot an Baufinanzierungen erleichtert hier die Entscheidung, denn Finanzierungsmöglichkeiten lassen sich Ihrer finanziellen Situation anpassen. Eine Baufinanzierung mit langer Zinsbindung können Sie sich Ihren Hauskauf zu aktuell guten Konditionen sichern, die beim Kauf von Bestandsimmobilien oder bei energieeffizienten Maßnahmen sogar Zinsvorteile bietet.
  • Staatliche Förderungen und Bausparen: Die finanzielle Belastung lässt sich deutlich mindern, unter anderem durch staatliche Förderungen, Zinsrabatte und Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren, die nicht zurückzuzahlen sind. Hier kommen vor allem Unterstützungen der KfW oder der Bundesförderung für effiziente Gebäude in Frage. Auch ein Bausparvertrag kann durch angespartes Eigenkapital die Tilgungs- und Zinslast mindern und mehr Planungssicherheit bieten.
  • Spielraum für Preisverhandlungen: Die große Preisschere zwischen begehrten Metropolregionen und strukturschwachen Lagen ermöglicht Preisnachlässe bei Verhandlungen. Das gilt vor allem für sanierungsbedürftige Bestandsimmobilien, die sich zusätzlich staatlich fördern lassen. Hier ist jedoch abzuwägen, ob C- und D-Lagen angesichts des Preis- und Wertverfalls langfristig eine Investition lohnen.
  • Mieten langfristig teurer als Hauskauf: In Großstädten sind Mieten in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich bis zu 44 Prozent gestiegen. Auch ländliche Gegenden und Kleinstädte verzeichnen konstante Mietsteigerungen. Von Mietsenkungen ist daher eher nicht auszugehen. Langfristig lohnt sich der Immobilienkauf somit mehr – vor allem, wenn Sie einen Weiterkauf mit Wertsteigerung oder eine spätere Vermietung der Immobilie planen.
  • Hoher Eigenkapitalanteil und lange Zinsbindung: Zinsen und Monatsraten lassen sich mit einem von vielen Experten empfohlenen Eigenkapitalanteil zwischen 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises deutlich reduzieren. Schon ein kleiner Unterschied von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten weniger kann für Sie eine Ersparnis von Tausenden Euro bedeuten. Eine lange Zinsbindung sorgt wiederum dafür, dass Sie sich trotz steigender Zinsen einen soliden Zinssatz sichern, denn auch Zinssenkungen zeichnen sich in naher Zukunft nicht ab.

Warum Kaufwillige nicht zögern, sondern entscheiden sollten

Geduld ist eine Tugend. Im Fall von Wohneigentum kann zu viel Geduld jedoch ein Fehler sein. Wenn die meisten Prognosen darauf hindeuten, dass Bauzinsen und Immobilienpreise weiter steigen werden, dann lohnt es sich nicht, auf einen besseren Zeitpunkt für einen Immobilienkauf zu warten. Sinnvoller ist es, mit einer geeigneten Finanzierung und klar definierten finanziellen Limits aktuelle Preise und Immobilien zu vergleichen und optimale Konditionen auszuhandeln. So überlassen Sie nicht einem wankelmütigen Markt die Entscheidung, sondern sichern sich Ihre Zukunft durch Wohneigentum eine der verlässlichsten Geldanlagen und Altersvorsorge.

Bildquelle: Paul Kapischka auf Unsplash

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