Gasheizungen sind in Deutschland weit verbreitet, aber aufgrund neuer Umweltgesetze steht das Heizsystem vor bedeutenden Veränderungen.
Funktionsweise und Vorteile von Gasheizungen
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ToggleGasheizungen sind in vielen Haushalten nach wie vor ein beliebtes Heizsystem. Sie arbeiten, indem sie Erdgas verbrennen, um Wasser zu erhitzen, das dann durch Heizkörper oder eine Fußbodenheizung geleitet wird. Moderne Gasheizungen, sogenannte Brennwertkessel, sind besonders effizient, da sie die Abwärme, die bei der Verbrennung entsteht, nutzen und somit weniger Energie verschwenden.
Vorteile einer Gasheizung:
- Hohe Effizienz: Moderne Brennwertkessel erreichen Wirkungsgrade von bis zu 98 %.
- Geringere Investitionskosten: Im Vergleich zu anderen Heizsystemen, wie Wärmepumpen oder Solarthermie, ist die Anschaffung einer Gasheizung oft günstiger.
- Verbreitete Technologie: Die Installation und Wartung sind etabliert und in vielen Gebäuden problemlos umsetzbar.
Nachteile:
- Fossile Energiequelle: Erdgas ist ein fossiler Brennstoff und trägt somit zur CO2-Belastung bei.
- Zukünftige Einschränkungen: Die Gesetzgebung wird den Einsatz von Gasheizungen stark einschränken (siehe Abschnitt Gesetzeslage).
- Preisabhängigkeit: Gaspreise unterliegen oft politischen und wirtschaftlichen Schwankungen.
Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt – sie sollen zukünftig mehr Biobrennstoffe nutzen
Das umstrittene Heizungsgesetz ist vom Tisch: Zwangsberatungen beim Heizungstausch, Heizungsverbote und die 65%-Quote für erneuerbare Energien beim Heizen sind abgeschafft. Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt. Dafür sollen die verwendeten Brennstoffe sukzessive klimafreundlicher werden. Die sogenannte Biotreppe schreibt vor, dass ab dem Jahr 2029 ein zunehmender Anteil an
- Biomethan
- Bioheizöl
- biogenem Flüssiggas sowie
- grüner, blauer orangener oder türkiser Wasserstoff einschließlich daraus hergestellter Derivate
für die Wärmeerzeugung eingesetzt werden soll. Zunächst soll dieser biogene Anteil über Stufen ansteigen: 2029 um 10%, 2030 um 15 % und ab dem Jahr 2035 um 30%. Im Jahr 2023 soll das Gebäudemodernisierungsgesetz zudem überprüft werden.
Vermieter sollen jedoch zukünftig nur 50% der zusätzlichen Kosten für die Biobrennstoffe auf Mieter umlegen dürfen, wenn sie sich für eine neue fosile Heizung entscheiden. Denn man geht davon aus, dass die Netzentgelte und CO₂-Preise für fossiles Gas massiv steigen. Entscheidet sich der Vermieter bewusst gegen eine klimafreundliche Alternative, soll er diese Belastung nicht mehr komplett auf die Mieter abwälzen dürfen.
Sonderregelung für Bestandsheizungen
Die neue 50:50-Regelung gilt nur für ab 2028 neu eingebaute Heizungen. Für alle bereits vorhandenen, älteren Gas- und Ölheizungen im Keller gilt für die CO₂-Kosten weiterhin das bisherige 10-Stufenmodell. Zudem greift eine Härtefallregelung: Kleinere Vermieter mit bis zu sechs Wohnungen in Märkten ohne angespannten Wohnungsmarkt sind von dieser neuen 50:50-Teilung teilweise ausgenommen.
Die Bundesförderung für den Heizungstausch soll bis 2029 abgesichert bleiben. Um Mietende zu schützen, soll eine hälftige Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter beim Einbau einer Heizung, die mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas betrieben wird erfolgen. Ab 1.Januar 2028 tragen Vermietende und Mietende jeweils hälftig die anfallenden Kohlendioxidkosten und Gasnetzentgelte. Das gilt auch für ab 1.Januar 2029 für den auf die biogenen Brennstoffe anfallenden Preisbestandteil. (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium)
Kommunen: Bis spätestens 2028 müssen alle Kommunen in Deutschland einen Wärmeplan vorlegen, der festlegt, wie die Umstellung auf klimaneutrale Heizsysteme erfolgen soll. Bis zu diesem Zeitpunkt können in Bestandsgebäuden weiterhin Gasheizungen installiert werden, wenn diese später auf erneuerbare Energien umgerüstet werden können.
Hauseigentümer sollten kommunale Wärmeleitplanung beachten
- Großstädte ab 100.000 Einwohner müssen bis zu diesem Stichtag eine Wärmeplanung vorlegen
- Kleinere Kommunen müssen bis 1.Juli 2028 ihre kommunale Wärmeplanung abschließen.
- für Hausbesitzer ergeben sich dadurch Anreize, auf die kommunalen Versorger zu setzen
Anpassung der Richtlinien für die KfW-Heizungsförderung. In der Diskussion ist eine Reduzierung oder Abschaffung der Förderung – ein Beschluss wird zum 21.7. erwartet.
Fördermöglichkeiten für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme
Der Umstieg auf klimafreundliche Heizungen wird durch den Staat gefördert, um Hauseigentümer zu unterstützen. Allerdings wird die Förderung überarbeitet. Auf Grund der klammen Haushaltslage muss mit Kürzungen gerechnet werden. Insbesondere die Wärmepumpen-Förderung steht auf dem Prüfstand.
Alternativen zur Gasheizung
Für diejenigen, die über einen Umstieg von der Gasheizung auf eine umweltfreundlichere Lösung nachdenken, stehen mehrere Optionen zur Verfügung:
Wärmepumpen:
- Nutzen die Umgebungswärme (Luft, Wasser oder Erde) und gelten als besonders energieeffizient.
- Ideal für Neubauten, aber auch in sanierten Altbauten einsetzbar.
Solarthermie:
- Nutzt die Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und Raumheizung.
- Kann als Ergänzung zu anderen Heizsystemen (z. B. Gasheizung) eingesetzt werden.
Pelletheizungen:
- Verbrennen Holzpellets und bieten eine CO2-neutrale Alternative zu fossilen Brennstoffen.
- Insbesondere in Altbauten beliebt, die nicht optimal für Wärmepumpen geeignet sind.
Hybridheizungen:
- Kombination aus Gasheizung und erneuerbaren Energien wie Solarthermie.
- Kann die Vorteile beider Systeme nutzen und bietet Flexibilität.
Vergleich: Gasheizung und Alternativen
| Heizsystem | Effizienz | CO2-Emissionen | Anschaffungs-kosten | Eignung für Neubauten |
| Gasheizung | Hoch (Brennwertkessel) | Hoch (fossiles Erdgas) | Mittel | Bedingt |
| Wärme-pumpe | Sehr hoch (bis zu 400 %) | Sehr niedrig (stromabhängig) | Hoch | Sehr gut |
| Solarthermie | Mittel (nur ergänzend nutzbar) | Keine | Mittel | Gut als Zusatz-heizung |
| Pelletheizung | Hoch | CO2-neutral | Hoch | Gut |
| Hybrid-heizung | Hoch (mit Solarthermie) | Mittel bis niedrig | Mittel bis hoch | Gut |
Zukunft der Gasheizungen
Auch wenn Gasheizungen aktuell noch verbreitet sind, zeigt die Gesetzeslage deutlich, dass ihr langfristiger Einsatz stark eingeschränkt wird. Der Gesetzgeber setzt zunehmend auf Systeme, die erneuerbare Energien nutzen. Hauseigentümer sollten daher überlegen, wann und wie sie auf eine alternative Heizung umsteigen wollen. Wer rechtzeitig handelt, kann Fördergelder in Anspruch nehmen und langfristig von geringeren Betriebskosten profitieren. Die Zukunft der Gasheizungen ist eng mit der kommunalen Wärmeplanung und den 65-Prozent-Vorgaben des Heizungsgesetzes verknüpft. Für Neubauten sind reine Gasheizungen kaum noch eine Option, und auch in Bestandsgebäuden wird der Umstieg auf erneuerbare Energien früher oder später unvermeidlich.
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Weitere Infos rund ums Heizen und Energiesparen finden Sie in unserem Ratgeber Wohnen.
