der aktuelle Stromausfall in Berlin zeigt wie stark ein Stromausfall das tägliche Leben beeinflussen kann und welche Schäden er verursacht! Doch ist alles wieder gut, wenn der Strom wieder fließt? Mitnichten, denn für viele Betroffene Mieter und Eigentümer kann der Ärger auch nach dem Ausfall weitergehen. Wir stellen die wichtigsten Maßnahmen rund um einen Stromausfall hier zusammen und geben Tipps, wie man sich für kleines Geld bei Stromausfall besser schützen kann:

Stromausfall – das ist das Wichtigste:
- Sicherheit zuerst: Bei Rückkehr des Stroms Geräte kontrolliert und nacheinander einschalten – keine „unbeaufsichtigten“ Verbraucher laufen lassen.
- Mieter: Strom-/Heizungsausfall kann ein Mietmangel sein → daher ist eine Mietminderung grundsätzlich möglich, oft auch ohne Verschulden des Vermieters.
- Vermieter & Wohnungseigentümer: Schnell informieren, Schäden begrenzen (Frost/Leitungen!), Handwerker koordinieren, alles dokumentieren.
- Versicherung: Nicht der Stromausfall selbst ist „automatisch“ versichert – häufig nur Folgeschäden (z. B. Frost-/Leitungswasser, Überspannung, Einbruch).
- Ansprüche gegen Netzbetreiber: möglich, ist aber an Bedingungen und Haftungsgrenzen geknüpft (u. a. Bagatellgrenze/Deckel).
Fazit: sprechen Sie zügig mit Ihrem Vermieter bzw. kontaktieren Sie zügig ihre Hausverwaltung und Ihren Stromversorger. Geräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Trockner, die während des Ausfalls noch in Betrieb waren, vorsorglich vom Netz nehmen und auf auslaufendes Wasser achten. Personensicherheit steht an erster Stelle.
Tipp: Hol Dir unsere kostenlose Checkliste hier downloaden: Nützliche Dinge bei Stromausfall
Aktueller Berlin-Bezug: Lage & Hilfe vor Ort
Wiederversorgung: Stromnetz Berlin kündigte an, dass die vollständige Wiederversorgung voraussichtlich bis Donnerstagnachmittag, 08.01.2026 dauern kann (Stand 06.01.). Zudem kann es bei der Inbetriebnahme zu kurzen erneuten Unterbrechungen kommen. (Stromnetz Berlin)
Hilfe in Berlin: Berlin.de bündelt Notunterkünfte/Wärmeorte, Notruf-Anlaufstellen, Duschmöglichkeiten sowie eine Hotline des Katastrophenstabs: 030 90299 3333 (Stand 07.01.2026). Dort steht auch: Das Land Berlin übernimmt in bestimmten Fällen Hotelkosten über ein Partnerhotel-Netzwerk (mit Nachweis/Einreichung). (Berlin.de)
Sofortmaßnahmen in der Wohnung (für Mieter & Eigentümer)
Wenn der Strom weg ist:
- Taschenlampe statt Kerzen (Brandrisiko).
- Wer ein bateriebetriebenes Radio hat, einschalten und auf Durchsagen achten, Nachbarn informieren.
- Kühlschrank/Gefriertruhe möglichst geschlossen halten.
- Powerbanks sparsam nutzen, wichtige Nummern auf Papier bereithalten.
- Bei gesundheitlichen Risiken (Pflegebedarf, Beatmungsgeräte, Kälte): frühzeitig Hilfe organisieren.
Wenn der Strom wiederkommt:
- Herd, Wasserkocher, Heizlüfter etc. vorher aus bzw. Stecker ziehen – sonst laufen Geräte unbemerkt an.
- Geräte nacheinander einschalten; bei Auffälligkeiten (Geruch/Knacken) sofort aus.
- Wenn Notstromaggregate genutzt wurden: Hinweise zur sicheren Abschaltung beachten.
Frost & Wasserleitungen (wichtig bei kalten Tagen):
Der GDV empfiehlt bei längerem Stromausfall im Winter u. a. Schutz vor Frostschäden, ggf. Wasserzufuhr absperren und – wenn möglich – Leitungen entleeren (und eingefrorene Leitungen nur kontrolliert/mit Vorsicht auftauen). (GDV)
Stromausfall – das sind die häufigsten Fragen:
Dürfen Mieter die Miete mindern?
Oft ja – ein längerer Strom-/Heizungsausfall kann ein Mietmangel sein. Berliner Mieterverein und Deutscher Mieterbund sehen Mietminderung grundsätzlich auch bei unverschuldeten Ausfällen als möglich. (Berliner Mieterverein e.V.)
Muss der Vermieter entschädigen, obwohl er nichts dafür kann?
Nicht automatisch. In der Praxis geht es häufig um Mietminderung (Nutzungseinschränkung) und um Schadensbegrenzung/Organisation.
Zahlt die Hausrat verdorbene Lebensmittel?
Nur, wenn Tiefkühlgut-Schäden durch Stromausfall im Vertrag eingeschlossen sind.
Was ist mit Frostschäden am Gebäude?
Das ist typischerweise ein Fall für Wohngebäudeversicherung (Gebäude) und ggf. Hausrat (Inventar) – abhängig von Ursache und Sorgfaltspflichten. (GDV)
Was sollten Vermieter jetzt am wichtigsten tun?
Kommunizieren, Gefahren (Frost/Wasser) senken, Handwerker koordinieren und sauber dokumentieren.
Wo finden Betroffene aktuelle Hilfe in Berlin?
Berlin.de listet Notunterkünfte, Wärmeorte, Notruf-Anlaufstellen und die Hotline 030 90299 3333.
Was bei Stromausfall hilft – und wenig kostet:
Tipp: einfach diese Checkliste hier downloaden: Nützliche Dinge bei Stromausfall
Für Bewohner: viel Wirkung, wenig Budget
1) hilfreich für Licht und Orientierung in der Wohnung
- LED-Taschenlampe + Stirnlampe (10–25 €): Hände frei, sicherer als Kerzen.
- LED-Nachtlicht mit Akku (10–20 €): Flur/Bad bleibt nutzbar.
- Ersatzbatterien (5–10 €): Klassiker, wird im Ernstfall knapp.
2) für Infos auch ohne Internet
- Kleines Batterieradio oder Kurbelradio (15–40 €): Nachrichten/amtliche Hinweise auch ohne WLAN/Mobilfunk.
- Notfallzettel an der Tür/Pinwand (0–2 €): Notrufnummern, Hausverwaltung, Nachbarn, Treffpunkt im Haus.
3) Handy am Leben halten
- Powerbank 10.000–20.000 mAh (15–35 €): 2–5 Handy-Ladungen.
- 12V-Autolader + Kabel (5–15 €): falls Auto verfügbar.
4) für Wärme & Gesundheit sorgen – am besten ohne riskante Heiz-Experimente
- Warme Decken / Schlafsack (20–60 €) + Thermounterwäsche (10–30 €): bringt deutlich mehr als „Improvisationsheizen“.
- Wärmflasche (5–10 €): falls Warmwasser verfügbar (bei vielen Ausfällen ist Warmwasser aber eingeschränkt).
Wichtig: Bitte keine Grills, Holzkohle, Campingkocher oder „Gasheizer“ in geschlossenen Räumen betreiben, da CO-Vergiftungsgefahr.
5) Essen & Küche
- Kühlakku-Set (5–15 €): Kühlbox/gefüllte Gefrierbeutel helfen, wenn der Ausfall länger dauert.
- Thermoskanne (10–25 €): hält Heißgetränke warm, wenn man einmal warmes Wasser hatte.
- Wasser-Vorrat (6–15 €): z. B. 6×1,5 Liter (Wenn Pumpen ausfallen, kann es auch bei Wasser/Abwasser haken.)
6) Schadensschutz / Dokumentation
- Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz (10–30 €): schützt häufig bei Spannungsspitzen beim Wiederanlauf.
- Fotos/Notizen (0 €): Uhrzeiten, Temperatur, Ausfälle (Strom/Heizung/Warmwasser), ggf. verdorbenes Tiefkühlgut – hilft bei Mietminderung/Versicherung.
Für Vermieter / Hausverwaltung: kleine Investitionen, große Entlastung im Haus
1) Kommunikation im Haus (super günstig, super wirksam)
- Aushang-Vorlage „Stromausfall“ (0 €): Laminieren + im Hausflur aufhängen.
- SMS-/E-Mail-Verteiler (0–10 €/Monat je nach Tool): Ein Update statt 50 Anrufen.
- „Notfallinfo“-Karte pro Wohnung (Druck 0,10–0,50 €): Hausverwaltung, Hausmeister, Wasser-Absperrhahn, Störungsnummer Netzbetreiber.
2) Sicherheit im Treppenhaus
- Akku-Notleuchten (10–30 € pro Stück): an neuralgischen Stellen (Eingang, Treppe, Kellerzugang).
- Reflektierende Markierungen (5–15 €): Stufenkanten/Kellerstufen (Sturzprävention).
3) Technik & Schäden begrenzen
- Überspannungsschutz im Haus (ab 30–150 € je nach Umfang; Elektrofachbetrieb): reduziert Risiko bei Wiederzuschaltung.
- Checkliste für Wiederanlauf : Aufzug/Heizung/Brandschutzanlage/Tore nacheinander prüfen, Fehlalarme und Folgeschäden vermeiden.
- Frostschutz-Plan: Zuständigkeit + Vorgehen, falls Heizung und Strom länger ausfallen (z. B. gefährdete Leitungsbereiche, Leerstände, Keller).
4) Für WEGs/Wohnungseigentümergemeinschaften
- Notfallkasse / kleiner Beschlussrahmen: damit Verwaltung im Ernstfall schnell Notleuchten, Handwerker, Pumpenservice beauftragen kann.
Hinweis
Dieser Artikel ist ein allgemeiner Ratgeber und ersetzt keine Rechtsberatung. Wenn Sie wegen Stromausfall, Mietminderung oder Versicherung unsicher sind, hilft eine Mieterberatung, Hausverwaltung oder ein Fachanwalt.
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