10 wertvolle Tipps wie Deine Wohnung sicher wird

Wer seine Wohnung vor Einbruch schützen möchte, muss nicht gezwungenermaßen viel Geld ausgeben. Guter und effektiver Schutz gegen Einbrüche kann vernünftig, einfach und kostengünstig sein. Nachfolgend zehn hilfreiche Tipps, wie Sie Ihre Wohnung sicherer machen.

ungebetene Besucher will keiner haben!

Die meisten Einbrüche erfolgen tagsüber

Gerade an kurzen Tagen mit früh beginnender Dämmerung nehmen Einbrüche zu, wodurch der Herbst und Winter zur Einbruch-Hauptsaison wird. In dieser Zeit können Einbrecher bereits am späten Nachmittag im Schutz der Dunkelheit agieren. Erwiesen ist, dass über ein Drittel der Wohnungseinbrüche tagsüber erfolgt. Der bevorzugte Zeitpunkt ist, während die Bewohner beim Einkaufen, in der Schule oder bei der Arbeit sind. Gerade an Wochenenden oder in den frühen Abendstunden hoffen Täter darauf niemanden anzutreffen und gehen ihrem kriminellen Handwerk nach. Weitere wichtige Fakten und effiziente Tipps rund um den Einbruchschutz gibt es im Sicherheits-Guide für den Alltag.

Tipp 1: Technische Sicherungen

Generell gilt: Nimmt es sich ein Täter vor, in eine Wohnung einzubrechen, schafft er dies auch. Dafür hat er zwei Möglichkeiten: Entweder gewalttätig und laut oder leiser, aber dafür mit höherem Zeitaufwand. Das Risiko, ertappt zu werden, wird durch beide Faktoren erhöht. Hier kommen Wohnungsbesitzer und Mieter ins Spiel. Wer sein Hab und Gut erfolgreich schützen möchte, sollte auf technische Sicherheitsmaßnahmen setzten.

Tipp 2: Achtung mit sozialen Netzwerken

nicht leichtsinnig Infos posten

Auch in sozialen Netzwerken sollte Vorsicht herrschen. Es ist davon abzuraten, genaue Details über eine anstehende Urlaubsreise zu posten. Aktuelle Fotos und Posts von Urlaubsaktivitäten können für Einbrecher eine zuverlässige Informationsquelle sein. Darüber hinaus sollte keinesfalls auf dem Anrufbeantworter über eine derzeitige Abwesenheit informiert werden. Werden im Wohnumfeld Fremde entdeckt, die möglicherweise Verhaltensweisen und Gewohnheiten der Bewohner beobachten, sollte die Polizei informiert werden.

Tipp 3: Schlüssel verwahren und Fenster schließen

Gewissenhaftigkeit mit Hausschlüsseln: Sobald ein Schlüssel abhandenkommt, sollte der Schließzylinder erneuert werden. Ersatzschlüssel sollten keinesfalls im Freien versteckt werden. Außerdem sollten auch Gartenmöbel, Mülltonnen und insbesondere Leitern sicher verschlossen werden. Diese können dem Einbrecher sonst den Weg in höhere Geschosse erleichtern.

Auch der beste Einbruchschutz hilft nicht, wenn sich die Bewohner falsch verhalten. Es sollten stets alle Fenster beim Verlassen der Wohnung geschlossen und die Haustür verriegelt werden. Ansonsten wird den Einbrechern das Spielfeld überlassen. Dazu kommt, dass sich viele Versicherer weigern, zu zahlen, wenn die Fenster während eines Einbruchs gekippt waren.

Tipp 4: Bewohnten Eindruck erhalten

Für Einbrecher ist es zudem abschreckend zu befürchten, während ihrer Tat einen Hund oder die Bewohner selbst anzutreffen. Zeitschaltuhren erwecken den Eindruck, es wäre jemand zu Hause. Es können Lampen gesteuert werden und sogar Hundegebell und Fernsehgeräusche vortäuschen. Auch ein überquellender Briefkasten sollte unbedingt vermieden werden. Wer für längere Zeit abwesend ist, sollte einen Freund oder Nachbarn bitten, die Post regelmäßig zu verwahren.

Tipp 5: Ortungsfunktion deaktivieren

Ein weiterer wichtiger Tipp ist es, während der Abwesenheit die Ortungsfunktion der Kamera zu deaktivieren. Denn gepostete Fotos können sonst direkt zum aktuellen Standort führen. Ein einfaches Instagram-Update kann so zur verräterischen Gefahr werden, sobald das Haus auch nur für ein paar Stunden verlassen wird. Die Ortung-Info ist oftmals nicht direkt auf dem Bild erkennbar, dennoch in den Metadaten enthalten.

Tipp 6: Gute Nachbarschaft

Ein wichtiger Punkt ist der Nachbarschaftszusammenhalt. In einem neuen zu Hause sollte darauf geachtet werden, sich den neuen Nachbarn vorzustellen, um ein gutes Nachbarschaftsverhältnis zu beginnen. Nachbarn halten im Fall der Fälle gerne zusammen und halten nach ungewöhnlichen Vorkommnissen Ausschau. Um vor möglichen Gefahren gewarnt zu sein, ist es wichtig, sich in der Nachbarschaft immer mal wieder auszutauschen.

Tipp 7: Mechanische Sicherung

Wirkungsvoller Einbruchsschutz ist die Verwendung von mechanischen Sicherungen an Fenstern und Türen. Dies gilt vor allem für Terrassen- und Balkontüren. Diese funktionieren normalerweise mit herkömmlichen Rollzapfen. Sogenannte Pilzkopfzapfen bieten mit entsprechenden Beschlägen höhere Sicherheit. Die Widerstandsklasse moderner Bauelemente beweist, wie sicher sie vor Einbruch schützt. Neue Türen und Fenster sollten mindestens mit dem Standard RC2 rechnen (in den Klassen RC1 – RC6).

Die Nachtrüstungs-Möglichkeiten sind vielfältig: Dies reicht von abschließbaren Sicherungsstangen, die in der Fensterlaibung quer verankert sind, über Scharnier-Seitensicherungen bis hin zu Fenster-Zusatzschlössern. Leichtes Öffnen der Fensterflügel wird durch abschließbare Fenstergriffe erschwert.

Tipp 8: Sicherheitsschlösser, Panzerriegel und Schließbleche

Auch Keller- und Eingangstüren können wirkungsvoll geschützt werden. Damit sich das Sicherheitsschloss nicht einfach oder zerstörungsfrei mit Spezialwerkzeug öffnen lässt, sollte es mit einem Pickingschutz ausgerüstet sein. Werden Schließzylinder mit Türbeschlägen, die einen Ziehschutz beinhalten, versehen, wird verhindert, dass aufgebohrte Schlösser einfach aus den Türen herausgezogen werden.

Das Aufhebeln von Türen mit verlängerten Schließblechen, die im Mauerwerk der Türöffnungen verankert sind, ist um einiges schwieriger. Einen weiteren besonderen Schutz bieten Panzerriegel, die über die komplette Breite der Tür reichen. Zusatzschlösser mit Sperrbügel verhindern das Aufstoßen der Tür während des Öffnens.

Tipp 9: Ein Bankschließfach

Tresore mit fachgerechter Montage und hoher Sicherheitsstufe schützen Wertgegenstände und Papiere, wenn der Täter bereits in der Wohnung ist. Dennoch sind Kleinsafes und hochwertige Schließfächer keinesfalls preisgünstig. Eine sehr wirkungsvolle Alternative sind Bankschließfächer. Auch eine Einbruchmeldeanlage ist hilfreich, dennoch ist hierfür meist die Installation eines Fachbetriebs notwendig – auch das kann teuer werden.

Tipp 10: Mauern vermeiden und Hecken stutzen

Eins steht fest – Einbrecher wollen weder ertappt noch gesehen werden. Sie suchen sich deshalb sichtgeschützte, dunkle Ecken, um ins Wohnungsinnere zu gelangen. Hohe Büsche und Hecken rund um das Gebäude sollten daher regelmäßig gestutzt werden.

Oftmals wird geglaubt, dass Mauern oder Sichtschutzhecken ein Grundstück vor dem Eindringen absichern. Dies ist für Einbrecher jedoch kein Hindernis. Ganz im Gegenteil, Täter suchen gezielt Wohnungen, die ein ungesehenes Eindringen ermöglichen.

Einbruch in die Wohnung passiert? Dann unbedingt richtig verhalten!

ist ein Einbruch passiert, sollte man besonnen bleiben

Wer nach einem Einbruch nach Hause kommt, steht meist erst einmal unter Schock. Dennoch ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und Folgendes zu beachten:

  • die Wohnung verlassen,
  • die Polizei über die Notrufnummer verständigen,
  • Einbrecher weder aufhalten noch angreifen,
  • Merkmale der Täter einprägen (Größe, Aussehen, Fahrzeug, Fluchtweg etc.),
  • Kontakt mit der Versicherung aufnehmen,
  • erst aufräumen, sobald der Tatort freigegeben ist.

Quelle: Redaktion wohnung-jetzt.de mit freundlicher Unterstützung von Prof. Wollinger

Über die Autorin

Soziologin und Krimologin Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger ist die Autorin von dem Sicherheits-Guide „Schutz vor Einbruch und Diebstahl“

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