Ein Haus mit Einliegerwohnung bauen und vermieten

Für die Einliegerwohnung gibt es zahlreiche Empfehlungen, aber auch ebenso viele Tipps, die auf eine genaue Überlegung abzielen. Wer ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung baut und diese vermieten möchte, kann zusätzliche Einnahmen erzielen – muss sich aber seine Privatsphäre auf dem Grundstück mit Mietern teilen. Vor der Entscheidung lohnt es sich, einige Fragen zu beantworten und für sich selbst zu überlegen, ob die Vermietung anhand der eigenen Ansprüche an sein neues Zuhause mehr Vorteile oder Nachteile mit sich bringt.

Einliegerwohnung pixabay

Was ist eine Einliegerwohnung?

Das Haus mit Einliegerwohnung gewann in den 1950er Jahren Bedeutung und sollte ursprünglich dazu dienen, nach dem Krieg für eine Beendigung der Wohnungsknappheit zu sorgen. Heute hat sich der Bungalow mit Einliegerwohnung – oder das mehrgeschossige Einfamilienhaus mit Einliegereinheit – etabliert. Die so bezeichnete Wohneinheit ist praktisch eine in sich geschlossene Wohnung in Ihrem Haus. Sie muss über einen separaten Eingang, eine eigene Küche und über ein eigenes Badezimmer verfügen. Laut Definition liegen die Gegebenheiten für Einliegerwohnungen nur dann vor, wenn Sie Ihre Mieter praktisch nicht sehen müssen. Sehr häufig findet das Konzept beim Mehrgenerationenwohnen Anwendung. Um als Einliegerwohnung eingestuft zu werden, muss die in sich geschlossene Wohneinheit kleiner als die hauptsächlich genutzte Fläche im Bungalow, im massiven Einfamilienhaus oder im Fertighaus mit Einliegerwohnung sein.

Das Wohnkonzept hat Vor- und Nachteile, so dass Sie abwägen sollten, ob die Idee mit einer vermieteten Wohnung in Ihren eigenen vier Wänden zu Ihnen und zu Ihrem Lebenskonzept passt.

Die Vorteile sind offensichtlich. Wenn Sie Ihr Haus in mehr Generationen bewohnen, haben Sie eine Abtrennung zur nächsten Generation und schützen auf diesem Weg Ihre Privatsphäre. Wollen Sie Ihre Tilgungsraten bei der Bank über Mieteinnahmen begleichen, ist ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung ebenfalls optimal.

Bedenken Sie aber, dass es auch Nachteile gibt. Sie sind in Ihrem eigenen Zuhause nie wirklich allein, da Ihre Mieter unmittelbar in Ihrer Nähe wohnen. Sollte es Probleme geben, wird der Mieter bei Ihnen klingeln und Sie bei eiligem Klärungsbedarf auch aus dem Feierabend oder gar aus der Nachtruhe holen. Ob sich ein Bungalow mit Einliegerwohnung oder ein Fertighaus mit Einliegerwohnung lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Auf jeden Fall sollten Sie die Vor- und Nachteile gegenüberstellen und für sich abwägen, ob Sie auf so engem Raum mit Ihnen fremden Personen zusammenleben und Ihr Grundstück teilen möchten.

Worauf muss beim Bau geachtet werden?

Das Wichtigste beim Haus mit Einliegerwohnung ist, dass sowohl Sie – als auch der Mieter – ausreichend Privatsphäre haben. Damit Sie im Nachhinein die Entscheidung für ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung nicht bereuen, sollten der Grundriss und Aufbau Ihres Hauses gut durchdacht sein.

Ein essenzielles Merkmal, das die Einliegerwohnung von teilweise abgetrennten Räumen in Ihrem Eigenheim unterscheidet, ist der völlig autarke Eingangsbereich. Eine gemeinsame Haustür ist ungeeignet, da Sie so ganz automatisch in der Diele und beim Zugang mit Ihren Mietern zusammentreffen würden. Wenn Sie den Grundriss planen, müssen Sie sich eine komplett eigenständige und von Ihrem Haus unabhängige Wohnung einfallen lassen. Dazu gehört die Anzahl der Räume, die Sie im Endeffekt vermieten (oder zum Mehrgenerationenwohnen zur Verfügung stellen) möchten. Ein Vollbad und eine Küche sind ebenfalls Bestandteile beider Parteien im Haus mit Einliegerwohnung. Das gilt auch, wenn Sie zum Beispiel Ihre Eltern oder die Schwiegereltern einziehen lassen.

Ein Gemeinschaftsraum ist möglich, aber kein Muss. Wenn Sie einen Bungalow mit Einliegerwohnung bauen möchten, ist die Möglichkeit des zweiten Eingangsbereichs besonders einfach. Hier erinnert der Grundriss an ein Doppelhaus und lässt sich ganz nach Ihren Wünschen umsetzen. Bei einer zweigeschossigen Immobilie, die Sie zum Beispiel im unteren Bereich selbst nutzen und im Obergeschoss vermieten möchten, könnte ein zusätzlicher Eingang über eine Außentreppe nach oben führen. Andernfalls wäre die räumliche Trennung ab Zutritt nicht gegeben und Sie müssten damit Vorlieb nehmen, dass Ihre Mieter den gleichen Flur wie Sie selbst benutzen.

Fazit:

Unter dem Strich betrachtet, sind Häuser mit großer Grundfläche für ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung am besten geeignet. Hier können Sie ebenerdig zwei Zugangsbereiche schaffen und müssen nicht überlegen, wie Ihre Mieter am besten in ihre Wohnung im Obergeschoss gelangen.

Haus mit Einliegerwohnung vermieten - rawpixel

Einliegerwohnung vermieten – was gilt es, zu beachten

Sie haben sich für ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung entschieden und dafür zwischen 50.000 und 80.000 Euro mehr als geplant gezahlt. Nun brauchen Sie natürlich Mieter, die zu Ihnen passen und die sich in Ihrer Einliegerwohnung wohlfühlen. Die einfachste Lösung beruht auf dem Wohnen mehrerer Generationen unter einem Dach. Doch in diesem Fall kommt es eher selten zu Mieteinnahmen, so dass sich ein Haus mit Einliegerwohnung zwar emotional, aber nicht finanziell lohnt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie einen Bungalow mit Einliegerwohnung oder auch ein Fertighaus mit Einliegerwohnung bauen können. Ist ein von beiden Parteien genutzter Eingangsbereich unumgänglich, sollten Sie innerhalb Ihres Hauses zwei weitere Haustüren einbauen und so die Aufteilung in zwei Wohneinheiten vornehmen.

Bei der Vermietung sind Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis gefragt. Schließlich wohnen Sie mit den Mietern, die in Ihr Fertighaus mit Einliegerwohnung einziehen, unter einem Dach. Nur wenn das Zwischenmenschliche stimmt und wenn eine gewisse Sympathie vorhanden ist, sollten Sie über die Vermietung nachdenken. Passt ein Bewerber nicht zu Ihrem Lebensstil und damit nicht in Ihr Haus, sollten Sie von der Vermietung absehen und weitersuchen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Mieter einen Hund mitbringen möchte und Sie als passionierte Katzenhalter keinen Hund im Haus wünschen. Würden Sie die Vermietung vornehmen, wäre dauerhafter Streit vorprogrammiert.

Vorsicht:

Wenn Sie ein Haus mit vermieteter Einliegerwohnung kaufen, stehen Sie vor einer großen Herausforderung. Denn so einfach lässt sich der Mietvertrag nicht kündigen, auch wenn Sie als Neueigentümer die Möglichkeit der Eigenbedarfskündigung in Erwägung ziehen können.

Fazit

Ehe Sie sich für ein Massivhaus oder Fertighaus mit Einliegerwohnung entscheiden, sollten Sie die Vor- und Nachteile der Wohnung innerhalb Ihrer eigenen vier Wände abwägen. Der Einzug von Familienmitgliedern läuft oftmals problemlos ab und bietet zahlreiche Vorteile. Gerade pflegebedürftige Verwandte können durch das bewohnen einer barrierefreien Einliegerwohnung bestens versorgt werden, ohne das weite Wege zurückgelegt werden müssen.

Bei einer Vermietung an Fremde steht Ihnen ein größerer Aufwand bevor. Die Vermietung lohnt sich, sofern Sie einen solventen und in Ihr Haus passenden Mieter finden. Doch sollten Sie sehr akribisch suchen, um sich vor möglichen Problemen und den damit verbundenen Folgen wirklich zu schützen. Bei einer erfolgreichen Vermietung, bietet die Einliegerwohnung einen praktischen Nebenverdienst oder dient als Unterstützung Ihrer Baufinanzierung.