Garage oder Carport

Garage oder Carport – die beste Lösung für Haus und Auto

Die Wahl, ob man sich für eine Garage oder ein Carport entscheiden soll, wird häufig ein wenig stiefmütterlich angegangen. Natürlich steht in erster Linie das Haus im Vordergrund, also werden die Planungen für den Unterstand des Autos meist eher hinten angestellt.

Sowohl Garage als auch Carport haben Vor- und Nachteile, die von baulicher oder finanzieller Natur sein können. Das wirkt sich beim Hauskauf als auch beim Hausbau aus. Darüber hinaus hängt die Entscheidung von dem späteren Verwendungszweck ab. Wir geben einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten.

Garage oder Carport - 48435-Bild-unsplash.com-©-Brandi-Ibrao

Einige Dinge vorweg

Sofern man es beim Hausbau nicht bereits in die Planungen miteingeschlossen hat, sollte man sich vor dem Bau beim entsprechenden Bauamt über eventuelle Voraussetzungen erkundigen. Möglicherweise braucht man für das Vorhaben eine Baugenehmigung. Hier sind die Vorgaben je nach Bundesland unterschiedlich. Generell sollte man erst einmal davon ausgehen, dass sowohl Garage als auch Carport genehmigt werden müssen.

  • Für den Antrag selbst wird ein Flurplan oder eine Flurkarte benötigt sowie der Bauplan oder eine Skizze des Bauprojekts. Die Kosten für den Bauantrag belaufen sich auf mindestens 650 Euro. Grundsätzlich sollte der Antrag gut vorbereitet sein.
  • Baut man ohne Genehmigung, muss die Garage oder das Carport im schlimmsten Fall wieder abgerissen werden. Oft sind Gemeinden und Kommunen hier sehr streng.

Vorteile des Carports

Beim Carport handelt es sich um einen überdachten Stellplatz für das Auto. Der Stellplatz neben dem Haus ist von mehreren Seiten frei zugänglich. Das hat im Vergleich zur Garage einige Vorteile:

  • Ein luftiges Aussehen: Im Gegensatz zur Garage hat man mit dem Carport keinen weiteren massiven Block auf seinem Grundstück stehen. Durch seine leichte offene Bauweise wirkt der Stellplatz weniger monströs und fügt sich in der Regel deutlich besser in das Gesamtbild des Grundstücks ein.
  • Unkomplizierte Konstruktion: Durch seine Bauweise kann ein Carport selbst von Heimwerkern innerhalb kurzer Zeit aufgebaut werden. Entweder besorgt man sich dazu selbst die Materialien im Baumarkt oder kauft einen entsprechenden Bausatz.
  • Günstiger als eine Garage: hierbei handelt es sich um den wohl größten Vorteil des Carports. Einfache Bausätze gibt es bereits ab 200 Euro, was einen Bruchteil der Kosten für eine Garage darstellt.

Nachteile des Carports

Im Prinzip hat der Carport nur einen wirklichen Nachteil, der wiederum weitere Nachteile nach sich zieht. Die offene Bauweise sorgt dafür, dass man keinen geschlossenen Raum hat. Das hat zur Folge:

  • Teurere Versicherung: Oft wird eine höhere Versicherungsprämie fällig, da das Auto weniger sicher abgestellt ist als beispielsweise in einer Garage.
  • Weniger Schutz: In mehrfacher Hinsicht bietet ein Carport weniger Schutz als eine Garage: Das Diebstahlrisiko steigt, und das Auto ist Wind und Wetter sowie Marderbiss stärker ausgesetzt. Im Sommer heizt sich das Auto stärker auf und im Winter kühlt der Innenraum stärker ab.
  • Kaum Lagerfläche: Ein Carport ist aufgrund seiner Bauweise eher weniger geeignet, um zusätzlichen Raumbedarf zu decken, beispielsweise um Winterreifen und anderes Zubehör zu lagern. Allerdings gibt es viele Bausätze mit einem angrenzenden Schuppen, um dieses Problem zu lösen.

Bauweisen des Carports

Die gängigsten Bauarten von Carports sind entweder aus Holz oder Aluminium gefertigt. Vorgefertigte Bausätze bestehen sogar häufiger aus dem Leichtmetall. Der Vorteil dabei ist, dass Aluminium sehr robust ist und sogar extreme Witterungen aushalten kann.

Wenn man sein Carport allerdings selbst von Hand fertigen möchte, kann man auch getrost zu Holz greifen. Auf diese Weise kann man den Unterstand für sein Auto komplett an das Design und die Architektur des Hauses anpassen, indem man beispielsweise das gleiche Holzverwendet, wie bei den Holzbalken des Hauses oder indem man das Carport entsprechend farblich gestaltet. Wichtig ist jedoch, dass man das Holz hinterher wetterfest macht, damit es auch Regen, Schnee und andere Witterungen aushalten kann.

Vorteile der Garage

Massiv und passend zum Haus – das sind erst einmal die Grundvoraussetzungen für die Garage. Sie bietet jedoch auch eine Reihe von weiteren Vorteilen:

  • Schutz: Im Vergleich zum Carport hat man mit der Garage einen wirklichen Raum, bzw. Gebäude, in das man sein Auto stellt. Das bedeutet, dass das Fahrzeug von vier Wänden umgeben ist und dass man den Raum abschließen kann. Dadurch ist das Gefährt besser vor Wind, Wetter und Diebstahl geschützt.
  • Stauraum: Neben dem Auto können auch Ersatzreifen und andere Zubehörteile fürs Auto in der Garage abgestellt werden. Allerdings sehen viele Landesbauordnungen vor, dass der Raum für nichts anderes genutzt werden darf.
  • Vorteil für Dieselfahrer: Bei Minusgraden wird der Diesel dicker und das kann zu diversen Fehlfunktionen und Pannen führen. Daher können Fahrer von Dieselfahrzeugen gerade im Winter von einer Garage profitieren.
  • Günstigere Beiträge: Die Garage wirkt sich üblicherweise positiv auf die KFZ-Versicherung aus. Durch den besseren Schutz sind die Beiträge in der Regel niedriger als beim Carport.

Nachteile der Garage

Genauso wie der Carport, hat auch die Garage einige Nachteile, die man bei der Hausplanung unbedingt im Hinterkopf behalten sollte.

  • Feuchtigkeit: Möglicherweise kann Feuchtigkeit in dem geschlossenen Raum nicht so gut abgeführt werden. Das bedeutet, dass die Rostgefahr für das Fahrzeug deutlich größer ist. Hier können jedoch Fenster oder Luftentfeuchter Abhilfe schaffen.
  • Der Preis: Während man einen Bausatz für ein Carport bereits ab 200 Euro bekommen kann, geht der Bau einer Garage ins Geld. Eine Standardgarage aus Beton kostet 5.000 Euro oder mehr.
  • Größerer Aufwand: Im Vergleich zum Carport ist der Bau deutlich aufwändiger. Während man einen normalen Unterstand für das Auto innerhalb weniger Stunden aufbauen kann, dauert es bei der Garage nicht selten mehrere Tage oder sogar Wochen.

Bauweisen der Garage

Bei der Garage kann man ebenfalls auf verschiedene Bauweisen zurückgreifen, sofern sie nicht bereits in das Haus integriert ist. Sehr massiv sind beispielsweise gemauerte Garagen. Sie sind sehr langlebig und können theoretisch ein ganzes Leben überdauern.

Garagen aus Beton sind weniger aufwändig im Bau als gemauerte. Sie können in der Regel sogar als Fertiggaragen geliefert werden. Gleiches gilt für Garagen aus Stahl oder Blech. Garagen aus Holz sieht man hingegen seltener, da sie im Vergleich zu den anderen Arten weniger robust sind.

Fazit

In erster Linie kommt es auf den eigenen Geschmack, die rechtlichen Vorgaben und vor allem den Geldbeutel an. Wer wenig Geld ausgeben möchte, entscheidet sich am besten für den Carport. Wer allerdings den größtmöglichen Schutz für sein Fahrzeug haben will, sollte sich für eine Garage entscheiden. Wenn man mit der Wahl überfordert ist, kann man sich auch auf eine Kombination aus beidem festlegen.

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Bild 1: unsplash.com, © Brandi Ibrao