Haus bewerten: Wie geht das?

Das eigene Haus zu bewerten, kann aus verschiedenen Gründen nötig sein. Im Rahmen eines Erbstreits, im Falle einer Scheidung oder einfach nur für den Verkauf aus privater Motivation heraus: den richtigen Preis für die Immobilie zu kennen, ist essenziell. Diesen zu ermitteln, ist jedoch gar nicht so einfach. Schließlich beeinflussen viele verschiedene Faktoren den Wert einer Immobilie:

·       Grundstücksgröße

·       Immobiliengröße

·       Wert des Grundstücks

·       Baujahr

·       Bausubstanz

·       Durchgeführte Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen

·       Ausstattung

·       Lage

·       Lageentwicklung

Häuser sind individuell – das gilt auch für ihre Werte (Bild von unsplash-homeday)

Welche Unterlagen sind für den Verkauf einer Wohnung nötig?

Für einen Wohnungsverkauf müssen die Verkäufer einiges vorbereiten. Schließlich will der Käufer alle Details des Objekts kennen und braucht gegebenenfalls auch ausführliche Unterlagen, um diese bei seiner Bank für den Finanzierungskredit einzureichen. Nötig sind:

·       Fotos des Objekts sowohl von innen als auch von außen

·       Eine Beschreibung des Gebäudes mit Grundriss der Wohnung

·       Grundbuchauszug

·       Eine Übersicht über durchgeführte oder noch offene Modernisierungsmaßnahmen

·       Versicherungspolice über den Nachweis der Gebäudeversicherung

·       Teilungserklärung

·       Energieausweis

·       je nach Individualität des Immobilie können noch weitere Unterlagen erforderlich sein.

Da Eigentumswohnungen in der Regel Teil des Gemeinschaftseigentums eines Mietshauses sind, wird gegebenenfalls auch die Zustimmung des Verwalters nötig, um sie zu verkaufen.

Je vollständiger die Unterlagen vorliegen, desto besser sind die Aussichten dafür, dass der Verkauf reibungslos über die Bühne geht. Entscheidend ist dabei am Ende der Verkaufspreis.

Immobilienwert mit Online-Rechner ermitteln: Wann macht das Sinn?

Für Laien ist es schwierig, bei all diesen Kriterien den Überblick zu behalten und zu verstehen, wie sie sich auf den Preis auswirken. Zwar gibt es Vergleichsrechner im Internet, die die Preise für ähnliche Immobilien in ähnlicher Lage anzeigen, allerdings spielen noch viele weitere Aspekte mit in die Preisgestaltung hinein.

Um den Hauswert zu ermitteln, ist es grundsätzlich nicht verkehrt, zunächst auf einen Hauswertrechner zu setzen. Darüber lässt sich bereits ein erster Preis ermitteln, der als Orientierung dienen kann. Wer die groben Zahlen und Fakten kennt, hat mit einem solchen Rechner ein gutes Tool an der Hand und für einen Privatverkauf kann die genannte Zahl sogar schon ausreichend sein. Je mehr Informationen über ein Haus bekannt sind, desto genauer kann der Wert der Immobilie beziffert werden.

Noch genauer lässt sich der Hauswert allerdings in Zusammenarbeit mit einem Makler oder örtlichen Sachverständigen ermitteln. Diese kennen den Markt und wissen, worauf es bei Immobilien ankommt.

Welchen Vorteil hat die Abwicklung eines Wohnungsverkaufs über einen Makler?

Ein Wohnungsverkauf kann auch über einen Makler abgewickelt werden, was einiges an Stress ersparen kann. Die Kosten für den Makler zahlen Käufer und Verkäufer jeweils zur Hälfte – zumindest, wenn es um den Verkauf von Einfamilienhäusern und Wohnungen geht. Bei Mehrfamilienhäusern und Grundstücken greifen andere Regeln. Verkauf und Provision sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden.

Somit bedeutet die Beauftragung eines Maklers für einen Wohnungsverkauf eine finanzielle Zusatzbelastung, die sich allerdings durch weniger Stress und gegebenenfalls einen schnelleren Verkauf lohnen kann.

Warum ist es wichtig, den genauen Immobilienwert zu kennen?

Den Hauswert richtig zu ermitteln, trägt erheblich zum Verkaufserfolg bei. Liegt der Preis zu hoch, kann sich der Verkauf schwierig oder langwierig gestalten oder sogar platzen, wenn die potenziellen Käufer herausfinden, dass das Angebot überbewertet ist. Liegt der Preis zu niedrig, kann das Käufer verunsichern, weil sie versteckte Mängel als Grund für den Preisabschlag befürchten.

Und auch im Zusammenhang mit einem Erb- oder Scheidungsfall oder bei einer Schenkung ist es essenziell, den richtigen Wert zu kennen, damit alle Seiten mit fairen und richtigen Zahlen rechnen und planen können. Schließlich geht es dabei in der Regel um viel Geld und dabei möchte keine Seite den Kürzeren ziehen.

Ein Online-Rechner genügt in einem solchen Fall nicht, um den Hauswert zu bestimmen. Vielmehr sollte ein Gutachter beauftragt werden, der den Preis des Hauses ermittelt. Insbesondere, wenn ein Fall vor Gericht kommt, wie es bei einem Erbe oder Scheidung vorkommen kann, muss ein vollständiges Wertgutachten von einem vor Gericht zugelassenen Gutachter vorliegen.

Welche Art von Gutachten gibt es?

Unterschieden wird bei den Gutachten zwischen einem Kurzgutachten und einem Vollgutachten, auch Verkehrswertgutachten genannt.

·       Kurzgutachten: Für ein Kurzgutachten muss mit Kosten von 100 bis 500 Euro gerechnet werden, da dieses deutlich weniger umfangreich ist als ein Verkehrswertgutachten.

·       Vollgutachten: Für ein vollständiges Verkehrsgutachten werden zwischen 1.000 und ca. 2.500 Euro fällig.

Eine weitere Gutachten-Option ist ein Beleihungswertgutachten. Dieses wird benötigt, wenn ein Haus gekauft und eine Finanzierung mit der Bank vereinbart werden soll. Schließlich müssen Banken den genauen Wert einer Immobilie kennen, bevor sie einen Kredit vergeben. Für einen entsprechenden Gutachter, der ein solches Gutachten erstellt, müssen zwischen 100 und 150 Euro pro Stunde eingeplant werden.

Je umfangreicher das Gutachten letztlich ist, desto genauer ist der Wert. Davon profitieren letztlich alle.

Autoreninfo: Redaktion wohnung-jetzt.de