natürliches Raumklima im Sommer

natürliches Raumklima im Sommer

Ein angenehmes Raumklima in der Wohnung trägt erheblich zur Lebensqualität bei. Für unser Wohlbefinden am Tag ist es ebenso wichtig wie für einen gesunden, erholsamen Schlaf. Durch moderne Klimaanlagen lässt sich heute sicherstellen, dass die Temperatur in Wohnräumen auch dann gut erträglich bleibt, wenn sich die Luft und das der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Mauerwerk an heißen Sommertagen stark erhitzen. Allerdings empfinden viele Menschen den Kühleffekt von Klimaanlagen als unangenehm und reagieren darauf teilweise sogar mit gesundheitlichen Beschwerden. Mit ein paar Tipps lässt sich das Raumklima aber auch auf natürliche Weise gut steuern, und obendrein sinkt dadurch auch noch der Stromverbrauch. Und wer nächtliche Störungen durch beim Lüften eindringende Insekten befürchtet, sei an dieser Stelle schon einmal beruhigt: Dafür gibt es einige bewährte Hausmittel und Tricks, die ganz ohne „chemische Keule“ auskommen und mit denen sich ein ungestörter und erholsamer Schlaf gewährleisten lässt.

Natürliches Raumklima - Image-by-Cristina_designer-from-Pixabay

Lage, Grundriss und Raumstruktur beeinflussen das Raumklima

Wie sich das Raumklima in einer Wohnung am besten auf natürliche Weise steuern lässt, hängt unter anderem von der Lage, vom Grundriss und von der Raumstruktur ab. Je nachdem, ob es sich um ein weitläufiges Loft mit großer Raumhöhe oder um eine kleine Einzimmerwohnung handelt, in welche Himmelsrichtungen die Fenster liegen und ob es einen Balkon gibt, müssen von Fall zu Fall andere Wege gegangen werden. Besonders günstig ist es, wenn der Grundriss eine Querlüftung erlaubt und es sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite Fenster gibt. Dann sollten frühmorgens die Südfenster und die dort vorhandenen Gardinen oder Jalousien komplett geschlossen werden, um die Sonneneinstrahlung weitestgehend abzuschirmen. Auf der Nordseite hingegen können Fenster durchaus angekippt bleiben, sodass etwas kühlere Luft in die Wohnung gelangen kann.

Kühle Nachtluft optimal nutzen

Sobald die Luft draußen wieder etwas abkühlt, können dann auch die Fenster auf der Sonnenseite geöffnet werden, um die kühlere Nachtluft hereinzulassen. Eine Balkontür oder bodentiefe Fenster eignen sich dafür wegen ihrer Größe besonders gut. Sie können die ganze Nacht hindurch bis in die frühen Morgenstunden geöffnet bleiben, sollten aber – ebenso wie die Fenster aller Schlafräume – mit einem Fliegengitter vor eindringenden Insekten geschützt werden. Durch das Öffnen möglichst vieler Fenster über Nacht lässt sich die Raumtemperatur selbst dann spürbar verbessern, wenn der Wohnungsgrundriss keine Querlüftung ermöglicht und die Fenster aller Zimmer in derselben Richtung liegen. Falls für die Nacht Regen oder ein Gewitter angekündigt ist, sollten die Fenster jedoch sicherheitshalber nur angekippt werden und müssen gegebenenfalls für eine Weile ganz geschlossen werden. Da der Regen aber in den seltensten Fällen vertikal, sondern je nach Windrichtung meist etwas schräg fällt, ist es oft möglich, wenigstens an einer Gebäudeseite die Fenster anzukippen. Das hat zwar nicht denselben Effekt wie ein gründliches Lüften mit weit geöffneten Fenstern, kann aber zumindest helfen, ein drückendes, schwüles Innenraumklima zu vermeiden.

Angenehmes Raumklima Image-by-Stefano-Ferrario-from-Pixabay

Eventuell eindringende Insekten mit Hausmitteln bekämpfen

Falls kein Fliegengitter vorhanden ist oder Insekten einen anderen Weg in die Wohnung gefunden haben, kann das besonders nachts zu lästigen Störungen führen. Summende Geräusche im Zimmer, Fliegen, die sich aufs Gesicht setzen, oder Mücken, deren Stiche sich spätestens am nächsten Tag unangenehm bemerkbar machen, sollten jedoch kein Grund sein, auf ausgiebiges Lüften verzichten zu müssen. Stattdessen empfehlen sich ein paar altbewährte Hausmittel. Mit ihnen lassen sich die Plagegeister fernhalten, ohne dass dafür chemische Insektenbekämpfungsmittel wie Sprays oder Biozidverdampfer notwendig wären, die zu Reizungen der Augen oder der Atemwege sowie zu Kopfschmerzen und Schwindel führen können und daher in Schlafräumen besser nicht eingesetzt werden sollten:

Eine schon seit mehr als 100 Jahren bewährte Methode zur Bekämpfung von Fliegen in der Wohnung ist der klassische Fliegenfänger, der aus einem im Raum aufgehängten Papier- oder Pappstreifen besteht, welcher mit klebrigem Fliegenleim bestrichen ist. Dieser enthält Lockstoffe, die die Tiere anlocken, sodass sie kleben bleiben, wenn sie sich auf den Streifen setzen. Fliegenfänger sind für den Menschen weniger aggressiv und störend als das Versprühen von Insektiziden. Allerdings wirken sie auch nicht so schnell. Vielmehr dauert es mitunter einige Tage, bis sich alle im Raum befindlichen Fliegen tatsächlich auf dem Streifen niedergelassen haben und darauf klebengeblieben sind. Häufig wird der Anblick des Fliegenfängers auch als unästhetisch empfunden, sodass ihn viele Menschen nicht in der Wohnung haben möchten, sondern allenfalls in Speisekammern, Ställen und anderen Nebenräumen verwenden.

Ein völlig harmloses, aber durchaus wirkungsvolles Mittel gegen fliegende Insekten im Schlafzimmer ist der „Lichttrick“. Er macht sich die Tatsache zunutze, dass Insekten bestrebt sind, zum Licht zu fliegen. Lassen Sie also einige Zeit vor dem Schlafengehen das Licht in Ihrem Schlafzimmer aus, die Tür aber einen Spalt offenstehen. Wenn dann für eine Weile das Licht im Flur vor der leicht geöffneten Schlafzimmertür brennt, dürften eventuell im Schlafzimmer vorhandene Insekten nach und nach von ganz allein herauskommen. Im Sommer, wenn es draußen abends länger hell ist, hilft auch ein leicht geöffnetes Fenster, während der Rest des Raumes abgedunkelt ist. Eine weitere Möglichkeit zur Insektenabwehr ist eine Duftlampe mit ätherischen Ölen. Besonders unbeliebt bei Insekten sind Lavendelöl und Pfefferminzöl. Erfreulicherweise sind gerade diese beiden Düfte für Menschen durchaus angenehm und wirken passenderweise sogar beruhigend und entspannend.

Temperaturveränderungen im Tagesverlauf richtig einschätzen

Natürlich sollte sich das Lüften an den unterschiedlichen Temperaturen im Tagesverlauf orientieren. Doch wann ist es wirklich am heißesten beziehungsweise am kühlsten? Entgegen einer weit verbreiteten Meinung werden die höchsten Temperaturen im Sommer nicht um die Mittagszeit, sondern erst am Nachmittag oder am frühen Abend erreicht. Wer also beispielsweise um 17 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt, sollte mit dem Lüften in der Wohnung lieber noch etwas warten, damit nicht unnötig viel warme Luft in die Wohnung gelangt. Umgekehrt werden die niedrigsten Temperaturen auch nicht mitten in der Nacht erreicht, sondern meist erst gegen Morgen, kurz vor dem Sonnenaufgang. Es kann also durchaus sinnvoll sein, die Fenster abends noch geschlossen zu halten und erst später in der Nacht weit zu öffnen, bevor sie dann morgens oder am frühen Vormittag erneut geschlossen werden, wenn es draußen wieder wärmer wird. In der Regel wird es als angenehmer empfunden, wenn die Türen zwischen den einzelnen Räumen der Wohnung offen bleiben, sodass eine auch bei geschlossenen Fenstern eine gewisse Luftzirkulation möglich ist. Vorsicht ist allerdings bei der Küche geboten, denn längeres Kochen oder Backen kann die Raumluft ebenfalls erheblich aufwärmen. Diese Tätigkeiten sollten daher möglichst in die späten Abend- oder frühen Morgenstunden verlegt werden, wenn es draußen kühler ist, das Fenster weit geöffnet werden und die Küchentür geschlossen bleiben kann.