Wann macht eine Wärmepumpe Sinn?

So teuer war das Heizen noch nie. Bereits vor dem Krieg in der Ukraine waren die Preise für Gas und Heizöl sehr hoch und der weiter anhaltende Konflikt und die Diskussion um einen Importstopp von russischem Öl und Gas sorgen für immer neue Rekordstände.

Teil einer Luftwärmepumpe Bild pixabay

Wärmepumpen sind sehr beliebt

Daher fragen sich gerade viele, ob es sinnvoll ist, langfristig weiter mit einem der beiden Brennstoffe zu heizen. Laut den Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BdEW ist derzeit die Wärmepumpe das beliebteste alternative Heizungssystem.

So funktioniert die Wärmepumpe

Im Prinzip entnimmt man der Umwelt Energie in Form von Wärme. Dabei erhält man mehr Energie, als man für die Entnahme aufwenden muss. Aus dem Verhältnis Energieeinsatz zum Energiegewinn ergibt sich die Effizienz eines Gerätes.

Wärmepumpen wandeln also die Wärme aus der Umgebung in Heizenergie um. Sie nutzen entweder die Luft (Luft-Wasser-Wärmepumpe), das Grundwasser (Wasserwärmepumpen) oder die Erdwärme (Sole-Wasser-Wärmepumpe). Abgesehen vom Strom, der für den Betrieb der Wärmpumpe notwendig ist, benötigen die Geräte keine weiteren Ressourcen. Die Wärmepumpe stellt somit neben der Solarenergie eine umweltfreundliche und innovative Alternative dar.

Studien haben gezeigt, das die Wirkungsgrade von Wasserwärmepumpen und Sole-Wasser-Wärmepumpen höher sind als bei Luftwärmepumpen. Jedoch sind Luftwärmepumpen vergleichsweise günstig in der Anschaffung und können am einfachsten installiert werden.

Wärmepumpen werden gefördert

Wärmepumpen lassen sich gut in Niedrigenergie- oder Passivhäuser integrieren, sie sind wartungsarm und die Betriebskosten sind gering. Dazu gibt es eine attraktive Fördersumme vom Staat beim Umstieg (Stand Mai 2022 lag der Fördersatz für eine Wärmepumpe bei 35%, Quelle BAFA, Infos + Förderrechner dazu am Ende des Artikels verlinkt)

Wann rechnet sich die Wärmepumpe?

Die Betriebskosten sind zwar gering und Wärmepumpen halten mindestens 20 Jahre oder länger, ehe sie ausgetauscht werden müssen, jedoch haben es die Anschaffungskosten einer solchen Wärmepumpe in sich. Sie liegen deutlich über den Kosten einer Gas- oder Ölheizung. Bei den Wärmepumpen ist die Luft-Wärmepumpe am günstigsten. Ihr Anschaffungspreis liegt in einer Preisspanne zwischen 8.000-12.000 Euro. Zum Vergleich: eine neue Gasheizung kostet im Schnitt 6.000 bis 10.000 Euro für ein Einfamilienhaus.

Gebäude sollten gut gedämmt sein

Außerdem ist es für einen effizienten Einsatz einer Wärmepumpe unabdingbar, dass das Gebäude sehr gut gedämmt ist. Sparsam und effizient kann diese nur laufen, wenn ein guter Wärmeschutz besteht. Bei wenig sanierten Häusern kann sonst die Stromkostenrechnung sehr teuer werden.

Stromkosten der Wärmepumpen gering halten

Wärmepumpen werden mit Strom betrieben und das schmälert den Umweltbonus dieser Technik. Denn in der Energieversorgung werden nach wie vor viele fossile Brennstoffe verwendet. Um den Strombedarf nachhaltig bzw. erneuerbar zu decken, ist es nicht nur gesamtwirtschaftlich notwendig, die Potenziale von Wind und Sonne stärker zu nutzen. Auch für das Eigenheim kann es sich rechnen, weitere regenerative Quellen für die Stromerzeugung zu nutzen.

Erfahrungen beim Einsatz der Wärmepumpen

Das Frauenhofer Institut hat rund 200 verschiedene Wärmepumpen bereits vor 10 Jahren analysiert. Es stellte sich heraus, dass die Sole-Wasser-Wärmepumpen einen höheren Wirkungsgrad haben als die Luft-Wasser-Wärmepumpen. Im Winter macht sich das besonders bemerkbar, denn dann hat die Wärmequelle „Luft“ ein niedrigeres Energieniveau als die Wärmequelle „Erdreich“. Zudem hat das Institut festgestellt, dass durch Fehler bei der Montage und Installation die Wirkgrade ebenfalls reduziert wurden:

  • Fehlerhafte Auslegung der Wärmepumpe
  • Falsche Konfiguration eines Pufferspeichers
  • Vergessene oder nicht richtig montierte Temperaturfühler
  • Montage ohne hydraulischen Abgleich
  • Rohrleitungen unzureichend oder gar nicht gedämmt.

Ein weiterer Nachteil wurde darin gesehen, dass nicht alle Geräte geräuschlos arbeiten.

Es ist daher ratsam, sich bei Energieberatern zu informieren und sich von Fachbetrieben mit umfassender Erfahrung bei Kauf und Installation beraten zu lassen. Vor dem Kauf sollte man sich nach Erfahrungsberichten zu der gewünschten Anlage umsehen. Je komplexer die Anlage ist, desto teurer kommen in der Regel Reparaturen und Ausfälle.

Wärmepumpe – ja oder nein?

Es kommt letztendlich auf den Gebäudetyp und auf die am Standort bereits bestehende Versorgung mit Energieträgern an. Wärmepumpen machen in schlecht gedämmten Häusern keinen Sinn, weil dann ihr Wirkungsgrad verpufft.

Verfügt das Grundstück über einen Gasanschluss, könnte eine effiziente Gasheizung z.B. in Kombination mit einer Solaranlage die günstigere Alternative sein, zumal auch effiziente Gasheizungen (Stand Mai 2022) gefördert werden. Man sollte die Mühe nicht scheuen und sich mehrere Systeme durchrechnen lassen. Fragen Sie auch nach den Erfahrungen der Elektriker und Installationsbetriebe in Ihrer Region.  

Fazit:

Sorgfältig abwägen und in jedem Fall Erfahrungswerte einholen. Fehlerhafte Installationen und reparaturanfällige Geräte gilt es zu vermeiden, sonst ist der Einsparvorteil -auch mit Förderung- rasch verbraucht.

Quellen und weitere Infos:

Förderrechner Wärmepumpe des Bundesverbands Wärmepumpe e.V.

BAFA: Infos zur Förderung von Anlagen zur Wärmeerzeugung

Süddeutsche Zeitung vom 11.3.22: Das sind die Alternativen zu Gas und Öl

Haufe Online vom 8.3.22: Raus aus der Gas-Abhängigkeit: Zeit für mehr Wärmepumpen?