Wohncontainer als Übergangslösung

Wenn sich der Umzug verzögert oder auf die Schnelle keine passende Wohnung gefunden wird, kann ein Wohncontainer eine rasche Lösung sein! Was viele nicht wissen: Wohncontainer sind trendy und teilweise richtig günstig!  Der Trend ist allgegenwärtig und wenn man sich bei YouTube & Co umschaut, können Container fürs Wohnen auch ganz schön stylisch sein. Wir haben uns den Trend genauer angesehen:

aus Container wird Wohnraum   Bild: ValdasMiskinis auf pixabay 

Das Wohnen in einem Wohncontainer ist minimalistisch und nachhaltig. Er ist eine gute Alternative und als Übergangslösung auf Zeit eine beste Option. Denn mit einem Wohncontainer kann auf die Schnelle benötigter Wohnraum geschaffen werden, wenn sich beispielsweise ein Umzug verzögert oder wenn Sanierungsmaßnahmen an der eigenen Immobilie vorgenommen werden müssen. Immer mehr Menschen entscheiden sich aber auch für einen Wohncontainer statt selbst zu bauen, da die Kosten in den vergangenen Jahren für den Bau und den Unterhalt einer Immobilie enorm angestiegen sind.

Was genau ist ein Wohncontainer?

Container werden heutzutage nicht nur zum Transport von Waren eingesetzt, sondern sie werden auch als Wohnräumlichkeit genutzt. Denn Wohnraum wird in der Stadt als auch auf dem Land immer knapper, immer teurer und oftmals unerschwinglich.

Daher ist es kein Wunder, dass in den vergangenen Jahren moderne kreative Ideen und Konzepte entwickelt wurden, mit denen man sich einen preislich attraktiven Wohnraum schaffen kann. Ein Wohncontainerhaus zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Optik und durch seine Nachhaltigkeit aus, weshalb sie besonders gerne als umweltfreundliche Zukunftslösung gesehen werden. Ausgediente und nicht mehr benötigte Frachtcontainer werden nicht kostenintensiv entsorgt, sondern ihnen wird mit einem Aus- und Umbau neues Leben eingehaucht. Das ist Recycling der besonderen Art.

  • Ein Wohncontainer wird aus ehemaligen Seefrachtcontainern zu voll ausgestattetem Wohnraum umgebaut.

In den USA übrigens sind Containerhäuser und die Tiny Houses mittlerweile sehr gern gewählte Wohnobjekte, da sich hierbei einerseits viel Geld sparen lässt und man andererseits etwas für den Umweltschutz tut. Denn ein ausrangierter Container wird erneuert und wieder flott gemacht.

einfach und günstig: die Wohnung im Container Bild: h+s container GmbH

Kann man als Übergangslösung in einem Container wohnen?

Ja, das ist möglich. Das Schöne daran ist, dass der eigenen Fantasie und Kreativität beim Gestalten eines Wohncontainers fast keine Grenzen gesetzt sind. Containerhäuser oder Wohncontainer eignen sich als Übergangslösung als privater Wohnraum aber auch für Büro, Restaurant oder auch für eine Bar und – fast alle sind in verschiedensten Größen erhältlich.

Es spielt auch keine Rolle, ob man sich eine Miniwohnung in einem Container gestalten oder ein Wohnhaus aus sechs Containern bauen möchte – das Stapeln und Aneinanderreihen ist ein architektonisches Kinderspiel. Möglich ist auch eine Mikrowohnung, die beispielsweise in einem 20 Fuß-Container Platz findet und die dann bei Fernweh und Reiselust jederzeit mit herkömmlichen Transportmitteln verschifft werden kann.

Vorteile eines Wohncontainers

  • effiziente und erschwingliche Wohnraumnutzung
  • Nachhaltigkeit durch Wiederverwertung und Recycling
  • besonders stabil durch Stahl, wasserdicht und rostfest
  • Transport-Mobilität
  • extrem schnelle Aufstellung und Errichtung
  • verschiedene Gebäudeformen möglich
  • geringe Energiekosten
  • Nutzungs-Flexibilität

Einer der vielen Vorteile eines Wohncontainers ist seine Mobilität. Denn er braucht kein Fundament, sondern kann prinzipiell auf jedem Boden und Untergrund hingestellt werden. Außerdem muss er nicht erst gebaut werden, weshalb er extrem schnell verfügbar sein kann. Ein Wohncontainer besteht aus korrosionsbeständigem Stahl, er ist wasserdicht und extrem langlebig.

Nachteile eines Wohncontainers

  • er kann nicht überall aufgestellt werden – das muss man im Vorfeld klären und genehmigen lassen
  • ohne vorhandene Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser macht ein Wohncontainer wenig Sinn
  • auch die schnellste Wohnlösung benötigt eine gewisse Vorlaufzeit für Planung und Organisation, das kann regional unterschiedlich lange dauern
  • Transport und Verbleib des Wohncontainers, sobald er nicht mehr benötigt wird, sollte man ebenfalls im Vorfeld festlegen

Günstiges komfortables Wohnen – ein durchaus erfüllbarer Traum

Warum Wohncontainer im Trend sind und immer beliebter werden, liegt auch an der Vorstellungskraft einiger Menschen. Für sie ist einfach der Gedanke einzigartig, ein eigenes Zuhause zu haben, das früher einmal auf Meeren dieser Welt unterwegs war.

Die geläufigen Formate von modernen Wohncontainern liegen bei durchschnittlichen sechs (20 Fuß) bzw. 12 Metern (40 Fuß) Länge, einer Breite von 2,50 Meter und einer Höhe von 2,50 Meter.  Dadurch ergibt sich in den meisten Fällen eine bewohnbare Fläche zwischen ungefähr 13 bis 15 Quadratmetern. Das stabile Material ist aus dickem Stahl – eine ideale Grundlage, um modern und gemütlich zu wohnen.

  • Die weltweit größte Containerstadt steht in Amsterdam.

Hier leben Studenten in mehr als 1.000 umgebauten Schiffscontainern mit einer Größe von durchschnittlichen 30 Quadratmetern. Sie haben einen höheren Komfort und einen günstigeren Mietpreis (nicht einmal 400 Euro) als in einem Studentenwohnheim.

So wie den Studenten geht es den meisten Liebhabern eines Wohncontainers: Sie möchten minimalistisch wohnen und einem nachhaltigen Lebensstil nachgehen. Und mit einem Wohncontainer ergeben sich viele Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck klein zu halten und trotzdem Komfort zu genießen. Bei der Einrichtung sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Für den begrenzten Innenraum sind durchdachte Schrank- und Schubladensysteme empfehlenswert, damit man möglichst viele Utensilien auf kleinstem Platz verstauen kann.

Rechtliches: Darf man überall einen Wohncontainer aufstellen?

Nein. In Deutschland braucht man für alle Bauvorhaben eine Baugenehmigung, sodass auf den meisten Grundstücken nur unter bestimmten Auflagen gebaut werden darf. Dazu gehört unter anderem auch das Aufstellen eines Wohncontainers oder das Errichten eines Containerhauses auf einem Grundstück. Einen Wohncontainer, in dem dauerhaft gewohnt wird, stuft die Behörde als Gebäude ein, selbst auch dann, wenn der Container mobil und jederzeit verstellbar ist und auch dann, wenn der Container als Feriendomizil genutzt wird.

Wohncontainer dürfen nicht ohne behördliche Zustimmung aufgestellt werden.

Außerdem ist jeder Bauherr an den jeweiligen örtlichen Bebauungsplan gebunden. Das Aussehen des Wohncontainers muss optisch an die Nachbarschaft angepasst werden. Dazu gehört unter anderem Anpassungen der Fenster- und Dachformen. Grundsätzlich gilt es für die zuständige Behörde festzustellen, ob der Wohncontainer risikofrei für die Bewohner, die Nachbarschaft und die Umwelt als Wohngebäude genutzt werden kann. Daher sollte ein Grundstück gesucht und gefunden werden, das mit dem Wohncontainer die Umgebung nicht verunstaltet.

Sobald sich gemäß Behörden der geplante Wohncontainer im zulässigen Rahmen befindet, muss der zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung der Bauantrag vorgelegt werden. Diese nimmt Stellung und leitet ihn an das zuständige Bauordnungsamt weiter.

Tipps zur Wohncontainer-Planung

Transport – Ein Container lässt sich bekanntlich immer wieder transportieren. Daher muss man sich beim Kauf nicht für immer für einen bestimmten Wohnort entscheiden. Ein Wohncontainer ist daher immer für jeden die optimale Wahl, der sich (noch) nicht wohntechnisch festlegen möchte und der außerdem über einen eher kleinen Geldbeutel verfügt. Allerdings: Die Mobilität eines Wohncontainers ersetzt nicht die Baugenehmigung.

Bauantrag – Es ist ratsam auf jeden Fall einen Bauantrag zu stellen – auch und besonders bereits vor dem Kauf und den Ausbau.

Kostenkalkulation – Viele Menschen mit wenig Kapital entscheiden sich für einen Wohncontainer und wollen ihn selbst ausbauen. Einen Seecontainer kann man schon ab 1.000 Euro kaufen, aber es müssen unbedingt auch die Transportkosten sowie der Umbau kalkuliert werden.

DIY – Der Ausbau eines Seecontainers kann nicht von einem Laien durchgeführt werden, er braucht fachmännische Unterstützung. Denn eine fachgerechte Dämmung und Heizung gehören ebenfalls zum Ausbau wie eine zuverlässige Elektrik und eine gut funktionierende Wasserinstallation.

Richtig platzieren – Ein Container ist äußerst stabil und kann nicht so ohne weiteres hin und her bewegt werden. Daher ist es ratsam, dass man ihn direkt vom Containerlieferanten an die Stelle platzieren lässt, an dem er letztendlich auch stehen bleiben soll. Wer ihn wegbewegen möchte, braucht einen Kran…

Unser Fazit: Wohncontainer sind eine spannende Sache – jedoch sollte man vor der Anschaffung geklärt haben, welche Genehmigungen man braucht und wo man das gute Stück abstellen kann. Bauanträge, behördliche Genehmigungen und nicht zuletzt der Innenausbau benötigen Zeit und kosten ebenfalls Geld.