Sensoren, vernetzte Geräte und Software übernehmen dabei Aufgaben, die sonst Pflegekräfte oder Angehörige leisten müssten — vom Erinnern an Medikamente bis zum Alarm im Notfall.
Der Kern ist das Erkennen von Gefahren und Abweichungen. Bewegungsmelder registrieren einen Sturz, Matten am Bett melden nächtliches Aufstehen, Herdabschaltungen verhindern Brände, und Systeme zur Aktivitätserkennung schlagen Alarm, wenn sich über Stunden nichts rührt. Türsensoren, automatische Lichtwege und Sprachassistenten senken das Risiko im Alltag; Videosprechanlagen und Fernzugriff erlauben Angehörigen, nach dem Rechten zu sehen, ohne vor Ort zu sein.
Zielgruppe sind vor allem Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung und Einrichtungen des betreuten Wohnens. Der Nutzen ist doppelt: Die Bewohner bleiben länger in den eigenen vier Wänden, und der Pflegebedarf sinkt oder verschiebt sich nach hinten. Für einen Teil der Systeme gibt es Zuschüsse der Pflegekassen über wohnumfeldverbessernde Maßnahmen — die Konditionen ändern sich laufend, deshalb lohnt die Nachfrage bei der eigenen Kasse.
Für Mieter und Käufer lohnt die Frage, ob eine Wohnung bereits AAL-Technik enthält oder sich nachrüsten lässt. Entscheidend sind Steckdosen an den richtigen Stellen, stabiles WLAN und — im Neubau — Leerrohre. Vermieter können solche Systeme als Ausstattungsmerkmal anbieten und erreichen damit eine wachsende Zielgruppe. Wohnungseigentümer haben es seit der WEG-Reform leichter: Bauliche Veränderungen, die der Barrierefreiheit dienen, kann jeder Eigentümer seit dem 1. Dezember 2020 verlangen (§ 20 Abs. 2 WEG) — die Zustimmung aller ist dafür nicht mehr nötig.
