Keine Angst vor Quarantäne in kleinen Wohnungen

Tipps und Infos von unserer Innenarchitektin

Die Einschläge kommen näher – fast Jeder kennt Jemanden, der betroffen ist. Ob in Isolation oder Quarantäne, genesen oder verstorben, die zweite Welle gibt Corona Namen. Im Frühjahr konnten wir noch lachen über unseren Hunger nach Klopapier, Mehl und Nudeln. Aber spätestens jetzt sollten wir ernsthaft darüber nachdenken wie wir klarkommen, wenn uns das Gesundheitsamt dazu auffordert, zuhause zu bleiben. Vorratshaltung bleibt nicht mehr nur den Großeltern oder der Prepper-Szene vorbehalten, sondern geht uns alle an. Auch wer in einer kleinen Wohnung lebt, kann ganz schnell und unvermittelt vor diesen Fragen stehen.

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Foto: Pixabay | Pexels

Was bedeutet Isolation, was bedeutet Quarantäne für mich?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet auf der Webseite https://www.infektionsschutz.de/ aktuelle Informationen rund um Corona. Hier wird auch der Unterschied zwischen Isolierung und Quarantäne erläutert:

„Ziel einer Isolierung oder Quarantäne ist es, durch Reduktion von Kontakten zu anderen Personen die Verbreitung eines Krankheitserregers (z. B. SARS-CoV-2) zu verhindern.

Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Erkrankten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Je nach Schwere der Erkrankung kann diese sowohl zu Hause (siehe auch Themenseite zur häuslichen Quarantäne) als auch im Krankenhaus erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach festgelegten Kriterien. In der Regel ist dies der Fall, wenn davon auszugehen ist, dass die Person nicht mehr ansteckend ist. 

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht oder von Personen, die möglicherweise das Virus verbreiten können. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen (siehe auch das Merkblatt für häusliche Quarantäne).
Stand: 07.09.2020″

4 Schritte, um gelassen die Quarantäne in der Wohnung zu verbringen

Nicht nur der aktuelle Anlass Corona ist ein guter Grund, sich Vorräte anzulegen. Wer gut versorgt war, konnte den Hamsterkäufen im Frühjahr 2020 gelassen begegnen oder sich stressige Einkäufe in überfüllten Supermärkten vor Feiertagen ersparen. Abgesehen davon können tatsächlich Katastrophen aller Art eintreten, die durch eine sinnvolle Bevorratung überwunden werden können.

Mit vier Schritten gewappnet sein

  • Vorratsliste anlegen und Platzbedarf ermitteln
  • Ausmisten, um bestehenden Stauraum zu nutzen
  • Wohnsituation analysieren
  • Neuen Stauraum schaffen

Vorratsliste anlegen und Platzbedarf ermitteln

Eine Liste der Vorräte, die sinnvoll sind, findet man auf der Homepage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
https://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/Pers-Notfallvorsorge/Lebensmittel/lebensmittel_node.html.

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Foto: Julia Volk | Pexels

Sie bietet eine qualifizierte Grundlage, um den persönlichen Bedarf anzupassen. Denn auch auf die eigenen Vorlieben und Bedürfnisse sollte geachtet werden. Was nützen mir die Dosenravioli, wenn ich sie nie essen würde? Wofür benötige ich Mehl und Hefe, wenn ich noch nie gebacken habe? Die Vorräte sollten auf den normalen Speiseplan abgestimmt sein, da sie auch im Alltag aufgebraucht (und wieder ersetzt) werden müssen, wenn die Mindesthaltbarkeit abläuft.

Für den Fall eines Stromausfalles sind alle Lebensmittel sinnvoll, die nicht gekühlt werden müssen wie Konserven, Vakuumpacks, getrocknete Lebensmittel und H-Milch. Wer sich Sorgen um verunreinigtes Trinkwasser macht, dem bleibt es nicht erspart, auch an ein Lager für Mineralwasser zu denken. Wer diese Gefahr ausklammert, kann Platz sparen: ein Gravitationsfilter macht das Leitungswasser genießbar und ein Wassersprudler mit Sirupzugabe sorgt für den Geschmack.

Wer gerne kocht und backt, kann Lebensmittel selber machen: Bei Brot oder Joghurt sind die Zutaten sind oft günstiger, nicht so leicht verderblich und benötigen nicht so viel Platz wie das Fertigprodukt. Und bei selbst Eingekochtem weiß man was drin ist und dass es schmeckt.

Ist die persönliche Vorratsliste erstellt, lässt sich abschätzen, wieviel Raum dafür geschaffen werden muss.

Ausmisten! – Bestehenden Stauraum nutzen

Oft reicht es aus, ordentlich auszumisten, um schon bestehenden Stauraum effizient zu nutzen. Für die Vorratshaltung eigenen sich insbesondere alle Räume, die kühl und trocken sind: Schlafzimmer, Flur und Küche sind ideale Lagerstätten, weil diese Räume in der Regel nicht so sehr beheizt werden, wie Wohn-, Kinder- oder Arbeitszimmer.

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Foto: Pixabay | Pexels

Beim Ausmisten gilt eine einfache Regel: Alles was in den vergangenen zwölf Monaten nicht benutzt wurde, fliegt raus. Natürlich gilt das nicht für Erinnerungen oder teure Anschaffungen, aber sehr wohl für Kleidung, Tisch- und Bettwäsche. In der Küche werden nie genutztes Geschirr oder Kochtöpfe entsorgt und im Flur wird der Inhalt von Garderobe und Schuhschrank kritisch überprüft.

Stauraum in kleinen Wohnungen schaffen – so klappt´s

Wohnsituation analysieren

Glücklich ist Jener, dessen Wohnung über einen Dachboden, Keller, Abstellraum oder eine Garage verfügt. Doch gerade bei kleinen Wohneinheiten sind diese Lagermöglichkeiten rar. Wer trotz Ausmisten mehr Stellfläche benötigt, als ihm zur Verfügung steht, sollte als nächstes seine Raumaufteilung in Frage stellen und Kombinationen in der Zimmernutzung in Erwägung ziehen.

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Foto: Medhat Ayad | Pexels

Folgende Kombinationen lassen sich gut miteinander vereinbaren:

  • Wohnen + Schlafen
  • Arbeiten + Schlafen
  • Essen + Arbeiten
  • Wohnen + Arbeiten
  • Gäste + Arbeiten
  • Kochen + Essen

Multifunktionsmöbel ermöglichen dabei zusätzlichen Platz für Stauraum. Ein Schlafsofa spart je nach Bettbreite zwei bis Quadratmeter für das sonst separate Möbel ein. Der Esstisch kann oft als Arbeitsplatz genutzt werden und eine Bank oder ein Hocker können unter der Sitzfläche eine Truhe freigeben.

Neuen Stauraum schaffen

Ein achtsamer Gang durch die Wohnung offenbart häufig noch mehr Potenzial zur Stauraumgewinnung. Wo befinden sich ungenutzte Nischen und Ecken? Welche Möglichkeiten eröffnen sich, wenn ich mich strecke oder bücke?

Nischen und Wandflächen in Fluren lassen sich gut mit Einbauschränken oder Regalen ausstatten, je nach verfügbarer Tiefe. Tote Ecken sind ideal für Schranksäulen. Und unter Treppen oder Dachschrägen findet sich meist viel ungenutzte Fläche, die durch Paravents, Schiebevorhänge oder Türen gut abgeteilt werden können. Gerade der Bereich des Kniestocks eignet sich hervorragend, um eine Abstellkammer zu schaffen, indem man eine zweite Wand davorstellt. Dies kann auch in Form von Regalen oder Schränken erfolgen, die einfach mit Abstand zur Drempelwand aufgestellt werden.

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Foto: Joanna Bogacz | Pexels

Wer die Raumhöhe ausschöpft und in eine Trittleiter oder einen Hocker investiert, gewinnt oft enorm viel Lagerfläche – ob Aufsatzschränke in der Küche oder im Schlafzimmer für selten genutzte Utensilien oder Regale über Türen, Fenstern oder Durchgängen, die gleichzeitig als Träger für stimmungsvolle Beleuchtung dienen können. Eine abgehängte Decke kann eine zweite Ebene bilden, hier lassen sich leichte und voluminöse Dinge unterbringen, die selten benutzt werden: Koffer, Luftmatratzen, Ski-Ausrüstung. So wird der vorher dafür belegte Stauraum frei für die Vorräte.

Auch ein Hochbett schafft viel Fläche darunter, die besser genutzt werden kann – als Schrank oder Arbeitsplatz, Kuschelecke oder Essplatz. Überhaupt sind Betten wunderbar mit Stauraum kombinierbar: Schubkästen unter dem Bett, Truhen hinter dem Kopfteil oder am Fußende oder die Seite entlang. Wer sagt, dass ein Bettkasten nur für Bettzeug da ist? Für Einbauküchen sind in der Regel auch Sockelschubladen erhältlich, die zwar nicht sehr hoch sind, aber durch die Tiefe wieder einiges an Volumen bieten.

Zu guter Letzt hilft es, von traditionellen Einrichtungsstandards abzuweichen. Meist werden Möbel an den Zimmerwänden aufgereiht. Stellt man dieses Prinzip in Frage, kommt so manch Einer auf die Idee ein Regal oder einen Schrank als Raumteiler aufzustellen. Oder verschiedene Möbel werden mit Rollen ausgerüstet. Stehen sie im Weg, werden sie einfach zur Seite geschoben.

Autoren-Info: Karin Galán ist Innenarchitektin und Autorin und lebt in Murrhardt

Weitere Infos und Tipps rund ums Daheimbleiben -nicht nur zu Coronazeiten- haben wir hier:

Daheim arbeiten und Wohnen- wie wir die Corona-Pandemie für mehr Lebensqualität nutzen können:
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Homeoffice – Küche, Schlafzimmer oder Wohnzimmer:
Homeoffice – Küche, Schlafzimmer oder Wohnzimmer? – wohnung-jetzt.de

Vorratshaltung und Notvorrat:
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Und noch mehr Tipps gibt’s in unserem Ratgeber Wohnung:
Service Wohnen: Ratgeber Wohnung – wohnung-jetzt.de