Kosten senken: Gaspreise und Tarife vergleichen

Zu Beginn des neuen Jahres sind die Energiepreise in Deutschland kräftig gestiegen. Verbraucher zahlen jetzt durchschnittlich sieben Prozent mehr für Kraftstoffe, Strom und Heizung. Dazu haben vor allem der Fristablauf für die befristete Mehrwertsteuersenkung, die neue CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe und höhere Großhandelspreise beigetragen. Dabei war die Erhöhung bei Heizöl am höchsten mit zwölf Prozent. Der Gaspreis ist um fünf Prozent gestiegen. Beim Tanken zahlen die Verbraucher jetzt rund zehn Prozent mehr – für Diesel 11,2 und für Benzin 9,8. Und der Strompreis ist ebenfalls um rund 2,5 Prozent gestiegen. Nur durch sparen lassen sich bei so massiven Preiserhöhung die Kosten nicht senken. Hier müssen Verbraucher zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Kosten im Griff zu behalten.

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Die Energiepreise sind schon wieder gestiegen. Verbraucher können trotz steigender Energiepreise etwas tun, um ihre Kosten im Griff zu behalten.

Was kostet Gas?

Der Durchschnittspreis für Gas liegt bei 6 Cent pro Kilowattstunde. Das ist recht viel angesichts der Tatsache dass der Gaspreis auf dem Rohstoffmarkt vergleichsweise niedrig ist. Doch die Anbieter zahlen nicht nur den Rohstoff. Sie tragen die Kosten für die Erzeugung von Gas, für den Vertrieb. Sie zahlen Netzentgelte, staatliche Mehrwert- und Gassteuer, Konzessionsabgaben und die Betriebskoten für die Messstelle. 2021 kommen die Kosten für den Emissionshandel hinzu. Letztendlich ist eine Marge kalkuliert; die Gaslieferung soll für den Anbieter schließlich auch rentabel sein. Dennoch, der Gaspreis sollte nicht über 5 ct pro kWh liegen.

Gute Angebote für die Gasversorgung finden

In Deutschland gibt es rund 600 Gasanbieter, die im Wettbewerb um die Gunst der Kunden stehen. Wer hier alle Preise selbst vergleichen möchte, hat sich ganz schön was vorgenommen. Einfacher geht es mit einem Gasvergleich im Internet. Als Erstes ist es wichtig, die Kündigungsfrist des aktuellen Gasvertrags zu checken. Es dauert normalerweise zwischen vier und sechs Wochen, bis ein Gasanbieterwechsel durchgeführt ist. Im Idealfall startet die Suche nach einem neuen Anbieter etwa acht Wochen vor dem Ende des Vertrags. Dann ist genügend Zeit, die Preise zu vergleichen, einen neuen Anbieter zu finden und den Wechsel durchzuführen. Wer den neuen Vertrag noch nicht hat, bevor der alte endet, steht selbstverständlich nicht ohne Gas da. Hier springt der örtliche Grundversorger ein. Doch die Grundversorgungstarife sind deutlich teurer.

Für den Vergleich ist es sinnvoll zu wissen, wie hoch der jährliche Gasverbrauch etwa ist und wie viel Geld das jeden Monat kostet. Den jährlichen Gasverbrauch können Kunden auf der Schlussrechnung ihres Gasanbieters sehen.

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Der Ablauf des Versorgerwechsels

Für einen günstigeren Tarif müssen Verbraucher nicht zwangsläufig den Anbieter wechseln. Manchmal reicht es aus, beim Versorger nach besseren Vertragsbedingungen zu fragen. Hat der Anbieter kein besseres Angebot und es gibt einen anderen Lieferanten, ist der Wechsel schnell in die Wege geleitet.

Für den Wechsel genügt es, auf die Internetseite des neuen Lieferanten zu gehen, eine Tarifabfrage zu machen und den gewünschten, zukünftigen Tarif auszuwählen. Die Kündigung des alten Vertrags übernimmt für gewöhnlich der neue Lieferant. Er braucht dafür folgende Angaben:

  • Name
  • Anschrift
  • bisheriger Gasverbrauch
  • Nummer des Gaszählers
  • Datum für den Beginn der Gasversorgung

Damit es nicht zu Doppelzahlungen kommt, beim Beginndatum unbedingt die Kündigungsfrist beachten. Sollte der Vertrag noch eine Laufzeit von sechs Monaten haben, gilt es ein wenig Geduld zu haben. Anbieter lehnen neue Kunden häufig ab, wenn die Lieferung erst nach 180 Tagen oder noch länger anfangen kann.

Damit ist der Vertrag allerdings noch nicht rechtsgültig zustandegekommen. Der Versorger muss der Kundenanfrage erst noch zustimmen. Dieser prüft zunächst, ob er den neuen Kunden akzeptieren darf. Dazu meldet er den neuen Kunden beim Netzbetreiber an und erfährt beispielsweise, wie lange der aktuelle Vertrag noch läuft. Ist der Vertrag bereits gekündigt, erhält der neue Kunde direkt eine Vertragsbestätigung. Ist dies noch nicht erfolgt, übernimmt der neue Anbieter die Kündigung und sendet die Vertragsbestätigung im Anschluss. In der Vertragsbestätigung steht dann auch, wann die Gaslieferung mit dem neuen Lieferanten beginnt. In der Regel dauert dies zwei bis drei Wochen.

Ausnahme: Wenn ein Verbraucher Gebrauch von seinem Sonderkündigungsrecht macht, kann der neue Gaslieferant die Kündigung nicht vornehmen. Das Sonderkündigungsrecht steht nur dem Verbraucher persönlich zu und er muss selbst kündigen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Anbieter eine Preiserhöhung ankündigt. Die Kündigung ist dann an dem Tag wirksam, ab dem die neuen Preise gelten

Was ist beim neuen Vertrag zu beachten?

Es gibt ein paar Bedingungen, die der neue Vertrag erfüllen sollte:

  • Der Vertrag sollte höchstens ein Jahr Laufzeit haben.
  • Die regelmäßige Verlängerung nach Ablauf des ersten Jahres sollte höchstens einen Monat betragen.
  • Die Preisgarantie sollte für mindestens ein Jahr Gültigkeit haben.
  • Die Kündigungsfrist sollte nicht länger als sechs Wochen sein.

Damit sind Verbraucher für ein Jahr für Preiserhöhungen geschützt und nach Ablauf des ersten Jahres ist der Vertrag monatlich kündbar, egal aus welchem Grund.

Gesetzlich erlaubt sind 24 Monate Laufzeit und automatische Verlängerungen um bis zu zwölf Monate. Die gesetzliche Kündigungsfrist bei diesen Verträgen liegt bei höchstens drei Monaten. Die Bundesregierung hat bereits einen verbraucherfreundlichen Referentenentwurf vorliegen, der vorsieht, die automatische Vertragsverlängerung auf höchstens drei Monate zu reduzieren und die Kündigungsfrist soll dann nur noch ein Monat sein. Der Gesetzentwurf steht Anfang 2021 auf der Tagesordnung.

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Tipps – was Verbraucher tun können, um die Kosten Energie einzusparen

Wer noch länger in seinem alten Vertrag festhängt und trotzdem Geld sparen möchte, kann mithilfe der nachfolgenden Tipps die Energiekosten ein wenig senken. Das senkt die Kosten ebenfalls.

  • Gradgenau heizen

Wer seine Räumlichkeiten um ein Grad kühler hat im Winter, kann rund sechs Prozent Gas einsparen. Mit Thermostat-Ventilen lassen sich Heizkörper gradgenau einstellen und die Temperatur reguliert sich dann automatisch. Wichtig ist, die Heizkörper nicht zu verdecken oder zuzustellen.

  • kurz und gründlich lüften

Angekippte Fenster während der Heizperiode ist hinausgeworfenes Geld. Im Winter ist es viel effizienter zwei- bis dreimal am Tag in einem Stoß zu lüften. Dazu das Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen. In dieser Zeit findet ein kompletter Luftaustausch statt.

  • Gasherd und Umluftbackofen zum Kochen und Backen

Gasherde sind meist etwas teurer in der Anschaffung. Doch sie sind auch wesentlich energieeffizienter als Elektroherde. Die Hitze lässt sich sehr genau dosieren. Ein Umluftbackofen braucht etwa 30 Prozent weniger Energie als ein herkömmlicher Backofen.

  • Warmes Wasser beim Duschen und Waschen sparen

Die Warmwasserbereitung ist mit Gas viel effizienter als mit Strom. Dennoch sollten sehr warme Vollbäder nicht auf der Tagesordnung stehen. Für ein Vollbad ist etwa dreimal so viel Energie notwendig wie für eine Dusche. Wer seine Duschzeit um nur drei Minuten verkürzt, kann seinen Verbrauch weiter absenken. Bei einem Drei-Personen-Haushalt kommen im Jahr rund 150 Euro zusammen.

  • Fenster und Türen abdichten

Gut isolierte Fenster und Türen helfen zusätzlich Energie zu sparen. Nachts die Rollläden zu schließen reduziert den Wärmeverlust um etwa 30 Prozent. Undichte Fensterrahmen ohne Dichtungen im Rahmenfalz lassen sich mit Klebebändern schnell und günstig isolieren. Undichte Wohnungs- und Balkontüren lassen sich mit Dichtungsband und einer unten aufgeklebten Bürstendichtung abdichten.

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