Was ist eine Seniorenimmobilie?

Seniorenimmobilie – Was ist das eigentlich?

Im Zuge der Veränderung der Alterspyramide hat sich auch in der Immobilienwirtschaft das Segment der Seniorenimmobilien als eigenständiger Markt etabliert. Doch im Bereich der sogenannten Seniorenimmobilien präsentieren sich eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote. Daher klären wir hier zunächst, was man unter einer Seniorenimmobilie versteht.

Senioren beim Kauf einer Wohnung © fotolia / Robert Kneschke

Seniorenimmobilien verfügen über spezielle Attribute, die ein altersgerechtes Wohnen ermöglichen.

Die speziellen Attribute sind hauptsächlich bauliche Eigenschaften, wie sie z.B. beim barrierefreien Wohnen zu finden sind. So ist die Barrierefreiheit eine DIN-Norm. Barrierefreie Gebäude sind schwellenfrei, also ohne Treppen oder Absätze zu betreten.

Auch nicht barrierefreie Gebäude können seniorengerecht sein, indem sie schwellenarm gebaut sind. Weitere wichtige Bestandteile sind technische Vorrichtungen wie bestimmte Sicherheitsvorkehrungen und technische Systeme. Sie können auch in bereits bestehenden Gebäuden nachgerüstet werden. 

Doch was versteht man unter altersgerechtem Wohnen? Fest steht, dass der Begriff „altersgerechtes Wohnen“ weder gesetzlich, noch technisch eindeutig definiert ist. Je nach Anbieter und Region werden unter diesem Begriff verschiedene Dienstleistungen rund um die Alltagsbewältigung verstanden. Es gibt z.B. keine DIN-Norm für altersgerechtes Wohnen. Jedoch sind pflegerische Leistungen meistens nicht Gegenstand dieser Dienste, sie können aber oft separat über angeschlossene ambulante Pflegedienstleister mit beansprucht werden. 

Die Bedürfnisse älterer Menschen beim Wohnen können sehr unterschiedlich sein. Fest steht, dass die Sturz- und Rutschgefahr im Alter zunimmt. Das Heben und Treppensteigen fällt schwerer, das Augenlicht und die Hörfunktion nehmen ab, umfangreiche Hausarbeiten wie umständliches Putzen oder Kochen bergen Gefahren. Daraus leiten sich für altersgerechtes Wohnen einige Ansprüche ab:

  • Vermeiden von Treppen und Schwellen in Wohnungen
  • Stabile Halterungen in Bädern und Küchen
  • Bessere und stärkere Beleuchtung der Räume und Flure
  • Kurze Wege in der Wohnung und im Haus
  • Sitzgelegenheit in der Dusche, rutschfeste Badarmaturen und Bodenbeläge
  • Einstiegshilfen in Duschen und Wannen
  • Leichter zu bedienende Armaturen wie z.B. elektrische Rollladenheber
  • Rollstuhlgerechte Flure, Zugänge und entsprechende Türbreiten
  • Notrufsystem, erhöhte Sicherheitsvorkehrungen wie z.B. Antirutschmatten und Nachtbeleuchtung

Auch eine klassische Wohnung kann altersgerecht sein, wenn ein Lift im Haus ist und keine oder wenig Schwellen und Stufen den Zugang zur Wohnungstüre erleichtern.

Viele der genannten Attribute lassen sich nachrüsten, wie z.B. das Notrufsystem. Die meisten Bäder lassen sich altersgerecht umbauen. Wannen werden entfernt. Stattdessen werden quadratische Duschen mit Sitzgelegenheit, rutschfestem Boden und einfach zu bedienenden Armaturen installiert.

Auch wenn man in vielen Altbauten nachträglich keine bodengleiche Duschwanne installieren kann, sind moderne Duschtassen deutlich flacher und damit einfacher zu betreten. Häufig wird anstelle der Duschkabine dann ein Duschvorhang und ein Geländer an der Dusche installiert. Das kommt dem Bewegungsablauf älterer Menschen entgegen.

Es sind zum einen also die genannten baulichen Attribute, die ein altersgerechtes Wohnen ermöglichen. Zum anderen kommt es auf die Lage an. Ist der Supermarkt in fußläufiger Nähe? Der Hausarzt um die Ecke oder mit einem Taxi in wenigen Minuten erreichbar? Die Nahversorger im Umfeld der Wohnung und die Anbindung an den Nah- und Fernverkehr sind ebenfalls für ältere Menschen wichtig.

Für wen kommt ein betreutes Wohnen in Frage?

Oft sind es Paare oder alleinstehende Personen, deren Familienangehörige aus verschiedenen Gründen keine Betreuung oder Pflege leisten können. Wenn das Haus zu groß geworden ist, oder das Treppensteigen schwerer fällt könnte der Zeitpunkt gekommen sein, sich nach Wohnalternativen umzusehen. Wohnanlagen für betreutes Wohnen oder Wohnen mit Service sind auf diese Zielgruppen mit Alter ab ca. 65+ ausgerichtet.

Meist beinhalten die Betriebskosten der Seniorenwohnungen ein Basispaket das aus einem 24-Stunden-Notrufsystem und einem Betreuungsangebot besteht z.B. in Form einer Empfangsdame. Die Betriebskosten im betreuten Wohnen sind daher deutlich höher als bei normalen Wohnungen. Weitere Dienstleistungen können zumeist als zusätzliche Service-Bausteine dazu gebucht werden.  Das können Reinigungsdienste, Begleitdienste, Mittagstische, Gymnastik, Kulturprogramme und vieles mehr sein.

Wo finde ich Angebote für betreutes Wohnen?

Inzwischen haben die Bauträger den Bedarf an seniorengerechten Wohnungen zwar erkannt. Jedoch wird regional noch wenig angeboten.  Daher gleicht die Suche nach betreutem Wohnen auf einer regionalen Ebene oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und falls man von einem Projekt erfährt, wurde es entweder bereits vermarktet oder es wird erst in einigen Jahren bezugsfertig sein. Kurz: wer sich für seniorengerechtes Wohnen zum Selbstbezug interessiert, braucht einen langen Atem und sollte entsprechend frühzeitig mit der Suche beginnen.

Tipp: Bundesweite Angebote für betreutes Wohnen sowohl für Kapitalanleger, als auch zum Selbstbezug  finden Sie hier:
<<Kaufangebote betreutes Wohnen>>

Eignet sich betreutes Wohnen auch als Kapitalanlage?

Seniorengerechtes Wohnen ist für Kapitalanleger ebenfalls interessant, denn Senioren gelten als solvente und pflegeleichte Mieter, die meist dauerhaft in der Wohnung bleiben. Wie eingangs erwähnt, gibt es regional nur wenig Angebote, daher ist auch dies ein Wachstumsmarkt mit entsprechenden Wertsteigerungschancen. Jedoch muss davor gewarnt werden, wenn dieses Konzept als die „eierlegende Wollmilchsau“ angepriesen wird. Denn wer eine Seniorenwohnung als Anlageobjekt mit dem gleichzeitigen Ziel kauft, hier später selbst einzuziehen, der könnte eine böse Überraschung erleben. Denn eine Eigenbedarfskündigung kann in vielen Fällen hier nicht durchgesetzt werden. Daher ist es für Kapitalanleger ratsam, klar zwischen möglichem Eigenbedarf und einer Investition als Kapitalanlage zu trennen.

Autoreninfo:

Maxi Schwarz, Redaktion wohnung-jetzt.de

Seniorenimmobilie als Kapitalanlage

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