Besseres Raumklima für Allergiker

Allergiker aufgepasst – So schaffen Sie ein besseres Raumklima

Allergien gehen für die Betroffenen häufig mit unangenehmen Begleiterscheinungen einher und schränken die Lebensqualität deutlich ein. Hausstaubmilben, Tierhaare sowie Pollen können allergische Reaktionen verstärken und ein entspanntes Durchatmen nahezu unmöglich machen.Wir verraten Ihnen in unserem heutigen Ratgeber, wie Sie ein allergenarmes Wohnumfeld schaffen und das Raumklima in Ihren eigenen vier Wänden langfristig verbessern können.

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Wie werden allergische Reaktionen ausgelöst?

Zunächst sei erwähnt, dass bedingt durch die fortschrittlichen Wärmeschutzmaßnahmen, mittlerweile jeder Dritte Deutsche an einer allergischen Erkrankung leidet. Während Pollen, Schimmelpilze, Milben sowie Tierhaare zu den häufigsten Allergenen zählen, können die ohnehin schon gereizten Schleimhäute durch trockene Heizungsluft zusätzlich strapaziert werden. Insbesondere Milben bevorzugen ein warmes sowie feuchtes Terrain und manifestieren sich daher vor allem in Matratzen, Polstermöbeln sowie anderen Textilien. Bei Milben handelt es sich um winzige Spinnentiere, die sich in erster Linie von tierischen Fasern, Hautschüppchen sowie Schimmelsporen ernähren und daher vor allem in der Nähe des Menschen angesiedelt sind. Doch die eigentliche Milbenallergie wird nicht durch die Milben selbst, sondern durch spezielle Verdauungsstoffe im Kot der kleinen Tiere ausgelöst. Dieser Kot samt der allergenhaltigen Eiweißpartikel trocknet mit der Zeit aus und wird zusammen mit dem Hausstaub von der Raumluft aufgenommen. Sobald diese feinen Schwebstoffe eingeatmet werden, kommt der Milbenkot mit den Schleimhäuten in Berührung und das Immunsystem aktiviert verschiedene Abwehrmechanismen, die sich in Form von allergischen Beschwerden zeigen.

Zu den bekanntesten Symptomen einer Allergie zählen:

  • Reizung der Schleimhäute
  • Fließschnupfen sowie Niesen
  • Atemprobleme
  • Gerötete sowie tränende Augen
  • Trockener Reizhusten
  • Kopfschmerzen
  • Juckende Haut sowie Ausschlag

Wie Sie die Milbenbelastung fortan zielgerichtet reduzieren und sich zudem auch vor anderen Allergenen schützen können, können Sie in den folgenden Abschnitten nachlesen.

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Die richtige Luftfeuchtigkeit ist entscheidend

Ein ausgewogenes Raumklima ist die Basis für ein allergenarmes Wohnumfeld und sollte daher auch langfristig gewährleistet werden. Milben bevorzugen eine besonders feuchte Umgebung und können daher insbesondere bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent sowie hohen Temperaturen sehr gut gedeihen. Daher kann die Verbreitung von Milben nur bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 bis 60 Prozent sowie einer Raumtemperatur von 20 Grad gezielt gestoppt werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass eine zu trockene Raumluft wiederum die ohnehin schon sensiblen Atemwege zusätzlich reizt und demnach bestehende Beschwerden zusätzlich verschlimmern kann. Dies liegt darin begründet, dass der in den Räumen befindliche Feinstaub durch die trockene Heizungsluft noch besser aufgenommen und auf diesem Wege die Atemwege sowie Bronchien belasten kann. In welchem Bereich sich die Raumtemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit eines Raums idealerweise bewegen sollten, können Sie der untenstehenden Tabelle entnehmen:

Wohnraum Optimale Luftfeuchtigkeit Optimale Raumtemperatur
Wohnzimmer 40 bis 60 Prozent 20 bis 23 Grad Celsius
Schlafzimmer 40 bis 60 Prozent 16 bis 20 Grad Celsius
Kinderzimmer 40 bis 60 Prozent 20 bis 23 Grad Celsius
Küche 50 bis 60 Prozent 18 bis 20 Grad Celsius
Badezimmer 50 bis 70 Prozent 20 bis 23 Grad Celsius
Flur 40 bis 60 Prozent 16 bis 18 Grad Celsius
Keller 50 bis 65 Prozent 10 bis 15 Grad Celsius

Mit einem hochwertigen Hygrometer behalten Sie die Luftfeuchtigkeit stets im Blick und können bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergreifen. Damit Ihre Wohnräume auch mit der notwendigen Frischluft versorgt werden, ist ein regelmäßiges sowie auch richtiges Lüften unverzichtbar. Grundsätzlich erweist sich ein drei- bis viermaliges Stoßlüften pro Tag sowie ein gezieltes Lüften nach dem Duschen sowie beim Kochen als besonders effektiv. Während der Pollensaison sollten Sie die Fenster sowie den Balkon wiederum geschlossen halten bzw. mit einem passenden Pollenschutzgitter versehen.

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Spezielle Encasing-Bettwäsche bietet einen optimalen Schutz

Die Lebensbedingungen für Hausstaubmilben sind insbesondere im heimischen Schlafzimmer ideal, sodass die meisten Allergiker vor allem in den Abendstunden über ausgeprägte Beschwerden klagen. Spezielle Encasing-Bettwäsche überzeugt durch eine besonders luft- sowie wasserdurchlässige Beschaffenheit und kann daher die Milbenbelastung deutlich einschränken. Die eigens für Allergiker konzipierte Bettwäsche verfügt zudem über ein sehr engmaschiges Nähmuster, sodass die Milben nicht nach außen dringen können. Dennoch sollte auch Allergiker-Bettwäsche regelmäßig bei 60 Grad gewaschen sowie auch die Matratze mindestens einmal jährlich chemisch gereinigt werden. Nach dem Aufstehen sollten Bettwäsche sowie Matratze zudem ordentlich auslüften können, sodass sich keine Feuchtigkeit in dem Gewebe festsetzt. Keinesfalls sollten Sie Bettwäsche mit Tierhaaren nutzen, sondern vorzugsweise kochbares Synthetikgewebe.

Schon gewusst: Ein Bettgestell mit zusätzlichen Standfüßen gewährleistet zudem eine optimale Luftzirkulation während der Nachtstunden, sodass sich keine Staunässe in der Matratze bilden kann.

Die Wohnräume sollten sauber und staubfrei sein

Saubere Wohnräume sind eine wichtige Voraussetzung, um Milben gar nicht erst den richtigen Nährboden zu bieten. Als ideal erweisen sich glatte und fugenlose Böden, wie beispielsweise Laminat oder Parkett, die nach Möglichkeit alle zwei bis drei Tage gewischt werden. Dies verhindert das Aufwirbeln von Hausstaub sowie eine damit einhergehende Verschlimmerung bestehender Allergiesymptome. Für das Saugen sollten keine konventionellen Modelle, sondern Staubsauger für Allergiker mit einem eingebauten HEPA-Filter, genutzt werden, die selbst feinste Staubpartikel nicht aus dem Gerät entweichen lassen. Ein entsprechendes TÜV-Siegel bescheinigt an dieser Stelle die Eignung für Allergiker. Das unabhängige Test- und Vergleichsportal staubsauger.net bietet Ihnen eine passende Übersicht hochwertiger Staubsaugermodelle sofern Sie einen Staubsauger kaufen möchten. Achten Sie darauf, auch Sofakissen, Matratzen und Teppiche gründlich abzusaugen sowie Gardinen bei möglichst hohen Temperaturen zu waschen. Grundsätzlich erweisen sich Sitzmöbel aus glatten Materialien, wie beispielsweise Kunstleder, als besonders pflegeleicht, da sich die Oberfläche problemlos mit einem feuchten Lappen von Staub und Tierhaaren befreien lässt.

Unser Tipp: Das Wechseln der Staubsaugerbeutel sollte möglichst mit einer passenden Schutzmaske oder durch einen Mitbewohner ohne Allergien erfolgen.

Ein Luftreiniger erhöht die Luftqualität der Wohnräume

Wenn Sie die Luftqualität in Ihrem Zuhause nachhaltig verbessern möchten, so sollten Sie den Kauf eines Luftreinigers bzw. eines Luftwäschers in Erwägung ziehen. Während ein Luftwäscher die Raumluft hauptsächlich befeuchtet, fungiert ein Luftreiniger in erster Linie als wirksamer Staubfilter. So verfügt ein Luftreiniger in der Regel über ein komplexes Filtersystem, das die Umgebungsluft aufnimmt und diese selbst von feinsten Staubpartikeln befreit. Ein Luftwäscher hingegen arbeitet mit einer Scheibenwalze sowie einer Wasserwanne, über die die aufgenommenen Staubpartikel an Wasser gebunden werden und somit kaum mehr eingeatmet werden können.

Übrigens: Zwar sind beide Systeme grundlegend voneinander zu differenzieren – allerdings werden mittlerweile viele Geräte angeboten, die die Funktionen eines Luftwäschers sowie Luftreinigers in sich vereinen.

Von Beginn an einen allergenarmen Wohnraum schaffen

Allergiker, die sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen möchten, sollten bereits von Beginn an einige baubiologische Faktoren bei der Gestaltung ihres Eigenheims berücksichtigen. So konnte nachgewiesen werden, dass mit Lehm verputzte Wände nachhaltig zu einem allergenarmen Raumklima beitragen können. Dies liegt darin begründet, dass dieser Baustoff den in den Räumen befindlichen Wasserdampf aufnehmen und demnach die Luftfeuchtigkeit unter 55 Prozent halten kann. Da Wände aus Lehm die absorbierte Feuchtigkeit zudem in gewissem Maße wieder an die Umgebungsluft abgeben, kann die Luftfeuchtigkeit nicht unter 40 Prozent abfallen. Allergiker mit besonders ausgeprägten Beschwerden sollten zudem insbesondere im Schlafzimmer auf möglichst viele Staubfänger, wie beispielsweise Gardinen, Wandteppiche sowie Stofftapeten, verzichten. Weiterhin wissen viele Allergiker nicht, dass die in den handelsüblichen Wandfarben existierenden Konservierungsstoffe, wie beispielsweise Isothiazolinone, mitunter allergische Reaktionen begünstigen können. Allergiefreie Wandfarben sind frei von synthetischen Substanzen und sollten daher vor allem von besonders sensiblen Personen genutzt werden. Besonders bewährt haben sich an dieser Stelle natürliche Silikat- sowie Kalkfarben, die sich durch antibakterielle Eigenschaften auszeichnen und zudem eine sehr gute Wasserdampfdurchlässigkeit besitzen. Da allergiefreie Wandfarben zudem in sämtlichen Nuancen angeboten werden, lassen sie sich, ebenso wie konventionelle Farben, für jeden Wohnraum, wie beispielsweise die Küche oder das Badezimmer, nutzen. Allerdings sollte beachtet werden, dass für die Nutzung von Silikat- sowie Kalkfarben in der Regel eine vorherige Grundierung des Untergrunds notwendig ist.

Übrigens: Der bekannte Wandfarben-Hersteller Alpina bietet Ihnen beispielsweise die Farbe „NaturaWeiß“ ganz ohne synthetische Konservierungsstoffe, die sich perfekt für jeden Allergikerhaushalt eignet.

Fazit: Das Allergierisiko lässt sich mit einfachen Vorkehrungen deutlich eindämmen

Das richtige Raumklima steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann auch die Lebensqualität von Allergikern erheblich verbessern. An dieser Stelle reichen bereits einfache Routinen aus, um das Risiko von Allergenen erheblich einzuschränken. Wir hoffen, dass Sie unsere Tipps effizient im Alltag anwenden können und gut durch die Pollensaison kommen.