Landhausstil: Wohlfühlgarant in den eigenen vier Wänden

Die Beliebtheit des Landhausstils ist seit Jahrzehnten ungebrochen. Er steht für besondere Gemütlichkeit, die vor allem von zahlreichen Holzelementen sowie natürlichen Farben getragen wird. Seine rustikale und angenehme Ausstrahlung macht jeden Raum, vom Bad über die Küche bis zum Wohn- und Schlafzimmer, zu einem Ort des Wohlfühlens. Auch in einem Wintergarten oder in Außenbereichen wie Terrasse und Balkon sorgt der Landhausstil für anziehende Behaglichkeit.

Der Landhausstil ist aufgrund seiner gemütlichen, einladenden Ausstrahlung äußerst beliebt.

Was ist charakteristisch für den unkomplizierten Landhausstil?

Jeder Einrichtungsstil hat seine speziellen Merkmale, die ihm eine unverwechselbare Charakteristik verleihen. Materialien spielen ebenso eine Rolle wie Farben und Formen. Wir befassen uns nachstehend ausführlich mit den Besonderheiten der Landhauseinrichtung.

Der Landhausstil lebt von Holz

Holz ist der wichtigste Bestandteil des Landhausstils – das Naturmaterial strahlt Wärme und Rustikalität aus. Es findet sich im Mobiliar wie Massivholzbetten, -schränken, -tischen und Co., Bodenbelägen, Wandverkleidungen, freigelegten Balken sowie Dekorationsgegenständen wieder. Holz ist ein faszinierender Werkstoff, der sich in unzähligen Facetten präsentiert. Jede Baumart unterscheidet sich in ihrer Farbnuance, der mehr oder weniger stark ausgeprägten Maserung und in ihrer Robustheit. So sind einige Hölzer, darunter Kiefer sowie Fichte, äußerst witterungsbeständig und verfügen über eine hohe Resistenz gegen Pilze sowie Bakterien. Aus diesem Grund werden sie gerne für Außenbereiche genutzt.

Tropenhölzer wie Mahagoni und Teak sind wunderschön, jedoch sollte man bedenken, dass sie lange Transportwege hinter sich haben. Zudem führt es zur Abholzung von Waldgebieten oder verstärktem Plantagenanbau – beides hat auf die Flora und Fauna vor Ort gravierende Folgen. Wir sollten uns deshalb auf unsere heimischen Holzarten konzentrieren, die in der Regel auch deutlich günstiger sind. Häufig genutzte Hölzer für die Einrichtung im Landhausstil sind:

  • Pinienholz – hierbei handelt es sich um eine besondere Kiefernart, die mit ihrer hellen Farbe Freundlichkeit sowie mediterranes und gleichzeitig skandinavisches Flair ausstrahlt; in Verbindung mit seiner dunklen Strukturierung bietet es eine interessante Optik
  • Buchenholz – ebenso wie die Pinie wird es aufgrund mangelnder Witterungsbeständigkeit für den Innenbereich, gerne aufgrund seiner eleganten Parkettoptik für Treppen und Fußböden, verwendet; seine attraktive gelbliche bis rosa-braune Farbe geht mit Sanftheit einher
  • Eichenholz – zunächst präsentiert es sich in einem hell- bis goldbraunen Farbton, mit der Zeit dunkelt es deutlich nach; seine belebte Maserung und rustikal akzentuierte Struktur sorgen für markante Oberflächen
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Jedes Holz ist aufgrund seiner individuellen Maserung einzigartig.

Welche Stoffe und weitere Materialien prägen den Landhausstil?

Prägend für den Landhausstil ist seine Natürlichkeit, die sich in den genutzten Materialien widerspiegelt. Zu den klassischen Stoffen zählen Baumwolle, Leder, Leinen und Felle. Sie harmonisieren perfekt mit Holzelementen sowie Dekorationen aus Keramik, Rattan, Stein und Ton.

Naturfarben spielen die Hauptrolle

Die Farben des Landhausstils tragen zu einem einladenden und heimeligen Flair bei. Dominiert werden sie vor allem durch helle, zarte Farben, darunter:

  • Beige
  • Braun
  • Grün, Blau und Violett in Pastellnuance
  • Naturweiß

Damit keine allzu blasse Gesamtoptik entsteht, nutzt man Akzente mit kräftigem Blau und Rot, bestenfalls im Punkt- oder Streifenmuster.

Je nach Land unterschiedlicher Stil

Der Landhausstil ist facettenreich, je nach Herkunftsland gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Die Grundvorstellung – wie oben näher ausgeführt – ist klar definiert. Allerdings treten bei den verschiedenen landestypischen Arten einige kleine Unterschiede auf.

Moderner Landhausstil

Auch, wenn der Einrichtungsstil schon seit langer Zeit vertreten ist, hat sich eine moderne Variante herauskristallisiert. Sie steht für ein schlichtes Design mit gerader Linienführung und drückt Einfachheit sowie Zeitlosigkeit aus.

Englischer Landhausstil

Er verlockt insbesondere mit Massivholzmöbeln in dunkleren Farbtönen, beispielsweise aus Walnuss oder Mahagoni. In der Regel sind sie unbehandelt, sodass sich die Maserungen des Holzes deutlich hervorheben. Dick gepolsterte Stühle gehören ebenso dazu wie schmuckvoll verzierte Schränke.

Französischer Landhausstil

Überwiegend wuchtige sowie relativ schwere Möbel aus Massivholz begeistern beim französischen Landhausstil. Insgesamt geht er mit dem Charme des nicht Perfekten einher: Die Einrichtung wirkt ein wenig unruhig, sichtbare, kleinere Schäden am Mobiliar sind durchaus erlaubt. Der Gesamteindruck ist von Urigkeit und Bequemlichkeit geprägt.

Italienischer Landhausstil

Tradition werden in Italien groß geschrieben, weshalb sich in vielen Wohnungen stilvolle Erbstücke befinden. Weit verbreitet sind Möbel aus Eiche und Teakholz, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Der italienische Landhausstil ist äußerst flexibel, einengende Zwänge gibt es nicht. So trifft man häufig auf moderne Einrichtungsgegenstände Seite an Seite mit antikem Mobiliar.

Skandinavischer Landhausstil

Ihn zeichnen Modernität, Minimalismus, Reduzierung und Flexibilität aus. Große, prunkvolle Möbelstücke kommen nicht vor, vielmehr sind luftige, leichte Elemente gefragt. Sie werden locker mittig im Zimmer platziert, wodurch Freiheit und Ungezwungenheit zum Ausdruck kommt. Wert wird beim skandinavischen Landhausstil vor allem auf Nachhaltigkeit und Individualität gelegt.

Offene Wohnraumgestaltung im Landhausstil

Durch die vielen verschiedenen Landhausstil-Arten, die gerne auch miteinander kombiniert werden können, stehen uns unzählige Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ein moderner Tipp zur Inspiration findet sich nachstehend.

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Die offene Wohnraumgestaltung gilt als Highlight unter den Einrichtungsstilen.

Im Trend: offene Wohnraumgestaltung

Die offene Wohnraumgestaltung verbreitet sich immer mehr in unseren Häusern. Sie verbindet zum Beispiel die Küche mit dem Essbereich. Einer der bedeutenden Vorteile ist: Eine offene Küche fördert die Geselligkeit und Kommunikation. Die Bewohner profitieren von der Teilnahme an den Tischgesprächen der Gäste, während sie sich mit dem nächsten Gang beschäftigen. Auch für das Familienleben ist eine offene Küche hilfreich, denn kleinere Kinder können jederzeit im Auge behalten werden.

Besonders beliebt und schick sind mittig im Raum stehende Kücheninseln. Sie können sowohl in Form von reinen Arbeitsblöcken als auch inklusive Herd und Spüle integriert werden. Diese stellen idealerweise einen optischen sowie praktischen Raumtrenner zwischen Ess- und Küchenbereich dar. Für die attraktive Gestaltung im Landhausstil empfehlen wir:

  • Kücheninsel aus naturfarbenem Massivholz mit Schränken und Regalfächern, gerne auch offen, mit Arbeitsplatte beispielsweise aus Buche oder Eiche, bestenfalls mit einer schützende Lack- oder Ölschicht
  • einfache Holzküchenschränke an der Wand, die auch über einen weißen Anstrich verfügen können, wobei die Anbringung von Hängeleisten zum Aufhängen von Kochgeschirr wie Pfannen, Töpfen etc. für ein besonders uriges Ambiente sorgt
  • einen rustikalen, schlicht gehaltenen Esstisch, umgeben von weich gepolsterten Stühlen
  • unterschiedliche Fußböden, wodurch der Raum optisch in zwei Areale eingeteilt wird: zum Beispiel für die Küche Fliesen in Naturweiß, für den Essbereich Parkett, dazu bietet sich ein Teppich unter dem Tisch an
  • Wandanstriche in gleicher Farbe, wobei jeweils eine individuelle Akzentwand, beispielsweise aus Stein und aus Holz, in beiden Bereichen für Abwechslung sorgt