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Bauherrenrisiko

Kurz erklärt

Als Bauherrenrisiko bezeichnet man die Gefahren, die beim Bauen beim Bauherrn hängenbleiben — und nicht bei den Firmen, die für ihn arbeiten.

Als Bauherrenrisiko bezeichnet man die Gefahren, die beim Bauen beim Bauherrn hängenbleiben — und nicht bei den Firmen, die für ihn arbeiten. Es ist kein einzelnes Risiko, sondern ein Bündel:

  • Kostenrisiko — Nachträge, Baupreissteigerungen, Bodenverhältnisse, die niemand vorher kannte. Der häufigste Auslöser ist eine lückenhafte Baubeschreibung: Was nicht beschrieben ist, ist nicht bezahlt — und wird nachträglich zum Preis des Anbieters ergänzt.
  • Terminrisiko — Verzögerungen kosten doppelt: Bereitstellungszinsen auf der einen Seite, weiterlaufende Miete auf der anderen.
  • Qualitätsrisiko — Mängel, die erst nach der Abnahme auffallen. Ab dann muss der Bauherr beweisen, dass sie schon vorher da waren.
  • Insolvenzrisiko — geht die Baufirma unter, ist gezahltes Geld weg und der Bau steht. Wer über den Baufortschritt hinaus gezahlt hat, ist einfacher Insolvenzgläubiger.
  • Haftungsrisiko — die Verkehrssicherungspflicht für die Baustelle trifft den Bauherrn persönlich.

Diese Risiken lassen sich nicht wegverhandeln, aber verschieben:

Einzelvergabe billigster Einkauf Bauherr trägt Koordination, Termine und Schnittstellen selbst
Generalunternehmer etwa 10 % Aufschlag GU trägt Koordination und Pauschalpreisrisiko
Bauträger höchster Preis geringstes Risiko, geringster Einfluss

Der Preisunterschied ist keine Marge, sondern der Preis des Risikos. Wer bei der Einzelvergabe spart und dann selbst koordiniert, hat nicht günstiger gebaut — er hat einen Teil des Bauens übernommen.

Was tatsächlich hilft: ein Verbraucherbauvertrag mit seinen zwingenden Schutzrechten (§§ 650i ff. BGB), eine geprüfte Baubeschreibung, Abschlagszahlungen nie über den Baufortschritt hinaus (höchstens 90 %, § 650m BGB), eine Bauherrenhaftpflicht- und Bauleistungsversicherung — und ein eigener Sachverständiger bei der Abnahme. Ein Puffer von zehn bis fünfzehn Prozent auf die Bausumme ist keine Schwarzmalerei, sondern Kalkulation.

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