Mietwohnung suchen

So finden Sie die passende Mietwohnung

Wohnungssuche leicht gemacht: dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie man zielgenau die passende Wohnung findet – von der Vorbereitung bis zur Mietvertragsunterschrift.

1. Schritt:
Wohnungssuche richtig vorbereiten mit diesen Unterlagen

Ähnlich wie bei der Bewerbung für einen Job ist es auch bei der Wohnungssuche: man muss sich um eine Wohnung bewerben. Dafür benötigt man diese Unterlagen:

Mieterselbstauskunft

Die Mieterselbstauskunft ist ein Formular, mit der ein Mietinteressent dem Vermieter/der Vermieterin Infos über seine Person und seinen Haushalt gibt.

Darin macht man auch Angaben über Lebensgewohnheiten und sein Haushaltseinkommen. Mit der Unterschrift unter das Formular bestätigt man dem Vermieter zudem, dass man aktuell keine Mietschulden hat und auch sonst in der Vergangenheit keine Zahlungsschwierigkeiten gehabt hat.

Das Formular Mieterselbstauskunft können Sie in unserem Formularcenter kostenlos downloaden: Mieterselbstauskunft – das müssen Sie wissen

Bonitätsauskunft

Die meisten Vermieter wünschen von einem Mieter die Vorlage einer Bonitätsauskunft. Darin wird von Bankenseite angegeben, ob man bisher seinen Zahlungsverpflichtungen korrekt nachgekommen ist. In der klassischen Bonitätsauskunft wird eine Aussage über die Zahlungszuverlässigkeit getroffen. Die Bedeutung dieser Auskunft sollte man nicht unterschätzen, denn die meisten Vermieter vergeben eine Wohnung grundsätzlich nur an Interessenten mit einer sehr guten Bonitätsauskunft.

Hier können Sie ihre Bonitätsauskunft online beantragen: SCHUFA-Auskunft für Vermieter

Ebenfalls bieten wir unter dem genannten Link viele weitere Infos rund um die Bonitätsauskunft für Mieter.

Private Haftpflichtversicherung

Für Schäden an fremdem Eigentum gilt in Deutschland eine unbegrenzte Haftung. Daher gehört die private Haftpflichtversicherung zum Mindeststandard und viele Vermieter lassen sich von ihrem zukünftigen Mieter die Versicherungspolice vorzeigen.

Als Standardversicherung ist die private Haftpflichtversicherung günstig. Falls Sie noch keine eigene Police haben, oder eine günstigere Police finden möchten, bietet Ihnen unser Online-Versicherungsvergleich eine Übersicht über die aktuell besten Angebote: Privathaftpflicht-Rechner (financeads.net)

Einkommensnachweise

Viele Vermieter wollen sehen, wo ein Mietinteressent arbeitet und über welches Haushaltseinkommen er verfügt. Da diese Daten sehr sensibel sind, genügt es, wenn man zunächst in der Mieterselbstauskunft dazu korrekte Angaben macht.

Erst bei einer Wohnungsbesichtigung, spätestens vor einer Mietvertragsunterschrift wollen die Vermieter einen Blick in die Einkommensnachweise werfen. Ich empfehle, eine Kopie der Einkommensnachweise sowie der hier besprochenen weiteren Nachweise zur Wohnungsbesichtigung mitzunehmen. Dann kann man beim ersten persönlichen Vermieterkontakt gleich demonstrieren, dass man alle gewünschten Nachweise vorlegen kann.

Wenn Sie jetzt alle Unterlagen zusammengestellt haben, dann steht einer erfolgreichen Wohnungssuche – fast – nichts mehr im Weg.

2. Schritt:
Schnell und bequem die passende Wohnung finden mit den richtigen Suchkriterien

Bevor Sie jetzt gleich online mit der Wohnungssuche starten, sollte noch zwei wichtige Fragen besprochen werden, wovon die wichtigste Frage lautet:

Wieviel Miete kann ich mir leisten?

Meine Erfahrung als Vermieter ist, dass über 60 Prozent der Mietinteressenten, die sich auf eine meiner Wohnungen bewerben, diese Frage falsch beantworten!

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Bild: Thorsten Frenzel, Pixabay

Man muss hier keine komplizierten Berechnungen anstellen, eine einfache Faustregel genügt:

Faustregel: So viel Miete kann ich mir leisten

Die Maximale Miete sollte nicht höher als 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens liegen. Wer sich nicht sicher ist, findet im Internet mehrere „Brutto-Netto-Rechner“ über die man kostenlos online das voraussichtliche Nettogehalt ermitteln kann.

Rechnen Sie dann einfach:

Multiplizieren Sie ihr Nettogehalt mit 0,4. Das Ergebnis ist der Betrag, den Sie maximal für eine Warmmiete ausgeben sollten, damit Ihnen noch genügend Kapital für den Lebensunterhalt zur Verfügung bleibt

.

Wichtig:

Die Miete, die ein Mieter an den Vermieter bezahlen muss, setzt sich zusammen aus:

Miete + Betriebskosten = Warmmiete

Zu der Warmmiete muss man noch den Wohnungsstrom rechnen, der separat abgerechnet wird:

Warmmiete + Wohnungsstrom = Gesamtmiete, die man als Mieter zahlen muss.

Wenn in einer Anzeige nur die Kaltmiete genannt ist, sollten Sie daher die Betriebskosten in Erfahrung bringen. Diese Betriebskosten können je nach Standort und Baujahr sogar zusätzlich noch mehr als 50% der Kaltmiete betragen. Dazu kommen dann noch die Kosten, die Sie für Strom, Telefon/Internet und ggf. auch Kabelfernsehen kalkulieren müssen, denn diese Kosten sind in der Regel nicht in der Betriebskostenvorauszahlung enthalten.

Fragen Sie also nach der Warmmiete und nach der Zusammensetzung der Betriebskosten – und kalkulieren Sie dazu noch einen Betrag für Strom, Telefon und Fernsehen, sofern diese Gebühren nicht in den Vorauszahlungen enthalten sind. Da die Betriebskosten in den letzten Jahren überproportional zur Kaltmiete angestiegen sind, nennt man sie auch die „zweite Miete“.

Ich empfehle Ihnen bei dieser Rechnung auch daran zu denken, dass die Betriebskosten über die Dauer des Mietverhältnisses ansteigen können. Sie sollten also noch etwas „Luft nach oben“ haben.

Bevor es jetzt gleich an die konkrete Suche geht, sollte man sich zuletzt noch mit dieser Frage beschäftigen:

Wo kann ich wohnen bzw. wo will ich wohnen?

Die Frage könnte auch so gestellt sein: welche Wege zu meinem Arbeitsplatz bieten sich an – und wie weit entfernt vom Job kann oder will ich wohnen?

Wohnungssuche - jens-neumann-Pixabay

Bild: Jens Neumann, Pixabay

Tipp:

Ein Blick in den Stadtplan oder auf google-maps zeigt, welche Straßen- oder Anbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Arbeitsplatz vorhanden sind und welche Wohnquartiere eher gut angebunden sind.

Ich persönlich finde es wichtiger, in einem passenden Umfeld zu wohnen als in der Superwohnung, bei der das Umfeld für mich nicht stimmt.

Wenn Sie als Landmensch in die Großstadt ziehen müssen, dann ist es für Sie vielleicht erträglicher, mit Blick auf einen Park zu wohnen. Oder die Abstände zu den Nachbargebäuden sollten möglichst groß sein. Umgekehrt kann ein Stadtmensch es gut finden, wenn er auf dem Land möglichst nicht weit von einem Einkaufszentrum wohnt. Überhaupt, ist es sinnvoll zu wissen, welche Infrastruktur Sie brauchen, Bsp.:

  • bestimmte S-Bahn-Station, oder bestimmte Autobahnauffahrt,
  • Kiosk mit großem Zeitungsangebot,
  • Bäcker,
  • Ärztehaus mit bestimmten Therapeuten,
  • Spielplatz, Sportplatz ..etc.
  • Sind Parkplätze vorhanden?

Machen Sie sich einfach klar, was Ihr bevorzugtes Wohnumfeld ist und lernen Sie nicht nur die Wohnung, sondern auch ihr zukünftiges Umfeld kennen! In welchem Stadtteil wollen Sie wohnen? Lernen Sie die „Ecken“ Ihrer Stadt kennen. Sicher gibt es für Sie mehrere Orte, wo Sie sich wohlfühlen können!

Fazit:

Wer sich die Mühe macht, im Vorfeld einer Wohnungssuche geeignete Wohnorte zu finden, kann sich viel Zeit mit der eigentlichen Suche sparen!

Wen man alle Unterlagen zusammen hat und weiß, wo man wohnen möchte und bis zu welcher Miete man gehen kann, hat man bereits die wichtigsten Suchkriterien für seine Wohnungssuche definiert. Jetzt fehlt nur noch die passende Wohnung.

3. Schritt:
Richtig bewerben und Vermieter überzeugen

Nachdem feststeht, wie teuer die zukünftige Wohnung sein darf und in welcher Gegend die Wohnung sein kann, geht es mit der konkreten Suche los.

Suchtipps: Wo es die meisten Wohnungsangebote gibt

Über die folgenden Kurzlinks findet man die meisten aktuellen Mietangebote online:

Mietwohnung in den größten Städten Deutschlands finden: Wohnungssuche Deutschland: Wohnungen suchen

Wer nicht permanent suchen will, kann auch über ein Suchinserat auf sich aufmerksam machen: Suchanzeige erstellen

Suchtipp für Berufsanfänger

Wer noch in der Probezeit ist, oder für eine begrenzte Zeit eine Wohnung braucht, der sollte nach möblierten Wohnungen, bzw. Wohnungsangeboten mit „Miete auf Zeit“ achten. Der Vorteil ist, dass man in eine möblierte Wohnung sofort einziehen kann, oftmals ist auch bereits ein freigeschalteter Internetzugang vorhanden. Das spart Zeit und Umzugskosten. Bei der Miete auf Zeit sind zudem die Kündigungsfristen kürzer. Wenn man dann vor Ort weiter nach einer unmöblierten Wohnung sucht, kann man die möblierte Wohnung innerhalb eines Monats kündigen.

Wie überzeuge ich den Vermieter?

Gerade in großen Städten, wo insbesondere günstiger Wohnraum knapp ist, herrscht ein großer Wettbewerb: viele Mietinteressenten bewerben sich um wenige Wohnungen. Hier ist es besonders wichtig, dass man schon in der Kontaktanfrage versucht, den Vermieter zu überzeugen, um eine Einladung zur Besichtigung zu erhalten.

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Bild: Katie White auf Pixabay

  • Man sollte sich kurz mit Namen, Beruf und Name des Arbeitgebers vorstellen, denn viele Vermieter wollen wissen, um welchen Arbeitgeber es sich handelt. Je bekannter die Firma ist, desto besser.
  • Beschreiben Sie kurz, warum gerade diese Wohnung sehr gut für Sie passen würde. Vermieter reagieren eher auf Interessenten, die ihr Wohnungsangebot aufmerksam studiert haben.
  • Falls Ihr Einkommen gering ist: haben Sie Eltern oder Angehörige, die für Sie bürgen oder die Verpflichtungen aus dem Mietvertrag mitübernehmen, indem sie mitunterschreiben? Zahlt das Jobcenter die Miete für Sie? Durch was oder wen ist sichergestellt, dass Sie die Miete problemlos bezahlen können?

Wer diese Fragen im Anschreiben für den Vermieter beantwortet, hat einfach bessere Chancen, die gewünschte Wohnung zu erhalten. Es gibt nach meiner Erfahrung auch häufig Umstände, die dazu führen, dass man von vorneherein schlechtere Karten bei der Wohnungssuche hat. (Ich möchte hier lediglich meine Erfahrungen aus der Wohnungswirtschaft mit Ihnen teilen, die nachfolgenden von mir als Problem benannten Punkte könnten sich im konkreten Fall auch als unproblematisch herausstellen)

WOhnung mit Haustuer mieten - Clipart-Vector auf Pixabay

Clipart-Vector auf Pixabay

  • Problem Haustiere: Nach meiner Erfahrung sind Haustiere dann problematisch, wenn man eine günstige Mietwohnung braucht, da es hier stets genügend Mitbewerber ohne Haustiere gibt. Je teurer und exklusiver das Wohnungsangebot dagegen ist, desto eher ist ein Vermieter bereit, Haustiere zu akzeptieren.
  • Problem Einzug mit Freundin oder Freund: Auch wenn dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist, schrecken mich als Vermieter diese Interessenten tendenziell ab, da es oft zu Problemen mit der Mietzahlung kommt, wenn die Freundschaften zerbrechen. Besser klingt es in meinen Ohren, wenn von Partnerin oder Partner als Mitbewohner die Rede ist, denn das macht auf mich einen verbindlicheren Eindruck.
  • Problem schlechtes Deutsch: Ihre Bewerbung für eine Wohnung sollte stets in gutem und möglichst fehlerfreiem Deutsch verfasst sein. Wenn ein Vermieter schon 20 einwandfrei verfasste Bewerbungsschreiben von Mietinteressenten vorliegen hat, warum sollte er dann zusätzlich noch einen Bewerber mit einem schlechten oder schlampig verfassten Schreiben berücksichtigen?
  • Problem unnatürlicher „Rundum-Sorglos-Mieter“: Als Vermieter erhalte ich oft auch Bewerbungen, bei denen die Bewerber eine umfangreiche Liste an Eigenschaften nennen die den Eindruck vermitteln, dass sie als Mieter so gut wie nicht wahrnehmbar sind (Nichtraucher, keine Kinder, keine Haustiere, Keine Musikinstrumente, gern allein, am Wochenende nicht da, selten Besuch…) Tragen Sie besser nicht zu dick auf. Bei vielen „Sorglos-Kandidaten“ liegt das Problem häufig darin, dass es unnatürlich und unglaubwürdig klingt, weshalb auch sie ihre Chancen auf eine Mietwohnung nicht verbessern.

Tipp Vermieter überzeugen:

Verwenden Sie einen Musterbrief, den sie als Vorlage für alle Wohnungsbewerbungen verwenden können!

Beispiel Musterbrief:

Sehr geehrter Mustervermieter,

(Vorstellung)

mein Name ist Max Mustermann, ich bin bei der Firma XY als Musterarbeiter beschäftigt und habe soeben Ihr interessantes Wohnungsangebot entdeckt!

(warum bewerbe ich mich für diese Wohnung)

Ihre Wohnung passt sehr gut für mich: Die Lage ist ideal, da meine PartnerIn und ich von dort zügig zu unseren Arbeitsplätzen gelangen können. Den Stadtteil kennen wir bereits, da dort Angehörige/gute Freunde von uns leben.

(finanzielle Eckdaten passen, weil)

Die Mietzahlung für Ihre Wohnung ist selbstverständlich dauerhaft und problemlos durch mein/unser Einkommen gesichert.

(Bei Berufsanfängern, Geringverdienern: Meine Eltern werden als Sicherungsgeber zusätzlich für die Miete bürgen; das Jobcenter wird die Miete für mich bezahlen)

Eine Mieterselbstauskunft mit allen relevanten Einkommensnachweisen kann ich/ können wir Ihnen jederzeit vorlegen.

(woher komme ich, warum will ich jetzt hierher umziehen)

Ich wohne aktuell noch bei meinen Eltern und möchte nun in eine eigene Wohnung umziehen! Wir wohnen aktuell in Musterstadt/Musterstadtteil und benötigen jetzt eine neue Wohnung, da unser aktueller Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat.

(ich kann belegen, dass ich bisher als Mieter keine Probleme hatte)

Wir sind bisher stets allen unseren vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen was Ihnen unser aktueller Vermieter sehr gern bestätigen wird! /was wir Ihnen durch eine aktuelle Bonitätsauskunft ebenfalls gerne nachweisen.

(abschließende Bekräftigung: ich bin ihr potentieller Mieter)

Jetzt freuen wir uns darauf, wenn wir Ihre Wohnung baldmöglichst besichtigen könnten (gerne abends, samstags oder auch in der Mittagspause) und freuen uns auf Ihre Nachricht!

Mit besten Grüßen

Max Mustermann

Fazit Vermieter überzeugen:

Wer sich in Großstädten um eine günstige Mietwohnung bewerben muss, sollte größte Sorgfalt auf sein Mieteranschreiben und auf seine Nachweise legen, denn der Wettbewerb ist hoch.

Zum YouTube-Kanal von Wohnung-Jetzt.de

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